Heute ist großer Punkrock Releaseday. Neben dem lang erwarteten neuen Album der Descendents hauen auch die Bouncing Souls mit „Simplicity“ eine neue Scheibe auf den Markt. Und direkt der Opener „Driving All Night“ zeigt, wo es lang geht. Typische Souls Singalongs, sowohl musikalisch als auch textlich erwarten einen auch keine großen Überraschungen, die üblichen Themen werden gekonnt abgehandelt. Das ist aber auch gar nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Zwar fehlt der Platte für mich bisher ein Überhit wie „True Believers“ oder „Hopeless Romantic“, aber dafür bekommt man sonst alles geboten, was man von einer Bouncing Souls Platte erwartet. Der typische melodische und zumeist ruhige (oder ruhig wirkende) Gesang, unterstützt von vielen Backingvocals, die einen Live definitiv zum Mitsingen einladen werden, und das Ganze unterlegt mit dem bekannten Heartland Punkrock. Hier und da werden noch ruhigere Töne angeschlagen („Satellite“) und manchmal hat man den perfekten Soundtrack für den nächsten Roadtrip („Drive All Night“). Mit „Digital Twilight Zone“ wird die heutige Technisierung und die Selbstdarstellung im Internet angeprangert. Und bei „Gravity“ habe ich mitunter Spät-90er Indie-Alternative-Bands in den Ohren (zB Ash). Eigentlich alles dabei. Außer eben dem einen Song mit dem großen Wiedererkennungspotential. Wenn überhaupt kann man das „Euphoria“ zusprechen, aber auch er kommt nicht an ein „True Believers“ ran (Wobei Hot Water Music wohl auch nie ein zweites „Trusty Chords“ schreiben werden). Das habe ich aber mit Bouncing Souls Platten oft, die Lieder gleichen einander sehr. Stört aber gar nicht, mich zumindest. Das ist so ein bisschen der „Bad Religion Effekt“: Kennt man eins, kennt man alle und trotzdem gut. Mehr als das. Und auch ohne großen Hit mag ich „Simplicity“ ziemlich gerne und sie läuft bei mir schon einige Zeit auf Dauerrotation und fügt sich auch verdammt gut in die restliche Diskografie der Bouncing Souls ein. Ob sie den „Releaseday-Battle“ mit der Descendents Platte gewinnen kann, wage ich aber ein wenig zu bezweifeln. Was schade ist. Hört da rein! Lohnt sich! Und dann kauft Euch einfach beide Platten 😉

 

bouncing souls simplicity cover

Bouncing Souls – Simplicity
01 Driving All Night
02 Euphoria
03 Satellite
04 Digital Twilight Zone
05 I Wanna Be Bored
06 Hey Aliens
07 Hero Zero
08 Writing On The Wall
09 Rebel Song
10 Tightrope
11 Gravity
12 Bees
13 Up To Us

Bouncing Souls - Simplicity (Rise records, 29.07.2016)
4.5Gesamtwertung