Leute holt die Schlaghosen raus. Die Kanadier Blood Ceremony sind mit neuem Album zurück. Im Gepäck haben sie wieder ihren herrlich Black Sabbath angehauchten Hard Rock, die Querflöte und natürlich Sängerin Alia O’Brien, welche die mit reichlich Okkultismus angereicherten Texte in das Mikrofon haucht.

Wer die Band über die letzten Jahre verfolgt hat, der wird gemerkt haben, dass Blood Ceremony sich musikalisch deutlich verändert haben. Von der Doom-Ursuppe des Debütalbums ist nicht mehr viel übrig geblieben.

„Lord Of Misrule“ klingt leichter als die Alben zuvor. Diese Leichtigkeit steht der Band aber ausgesprochen gut und die Musik harmoniert noch besser mit dem feinen Gesang als zuvor.

Mit „The Devil´s Widow“ steht ein schneller Song am Anfang des Albums. Alia O’Brien zeigt sich hier von ihrer raueren Seite. Der Song glänzt auch mit einigen psychedelischen Elementen! Feiner Start!
Ein Song wie „Loreley“ wäre auf den letzten Alben der Band wohl nicht denkbar gewesen. „Loreley“ klingt fast fröhlich, das abgefahrene Gitarrensolo in der Mitte des Songs wirkt da fast wie ein Fremdkörper, welcher aber trotzdem zum Song passt. Klingt kurios? Ist aber so!

„The Rogue´s Lot“ ist mit schwerfälligen Gitarrenriffs ausgestattet, während der Titelsong „Lord Of Misrule“ eher wie ein Soundtrack klingt.

„Old Fires“ ist eine tiefe Verneigung vor der Frühphase von Black Sabbath, wer bei diesem Gitarrenriff nicht sofort an die Heavy Metal Urväter denkt, der muss wohl mit Taubheit geschlagen sein.

„Lord Of Misrule“ ist ein bärenstarkes Album für Anhänger des Retro Rocks. Die Kombination aus Riffs, Querflöte und dem glasklaren Gesang funktioniert auch ohne die tonnenschwere Doom Ausrichtung für welche Blood Ceremony in der Vergangenheit gestanden haben!

Stark!

lord+

1. The Devil’s Widow
2. Loreley
3. The Rogue’s Lot
4. Lord Of Misrule
5. Half Moon Street
5. The Weird Of Finistere
6. Flower Phantoms
7. Old Fires
8. Things Present, Things Past

 

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Blood Ceremony - Lord Of Misrule (Plastic Head, VÖ 25.03.2016)
4.2Gesamtwertung