Bloc Party sind zurück! Zwar anders, als ich es erwartet habe, aber eins nach dem anderen:

Vier Jahre nach dem Vorgänger „Four“ haben Bloc Party nun mit „HYMNS“ ihr neues Studioalben veröffentlicht. Nach zwei Solo-Alben von Sänger Kele Okereke, welche sich von dem bekannten gitarrenlastigen und tanzbaren Indie-Sound Bloc Partys‘ ohnehin schon deutlich abhoben (tanzbarer Electro), ist auch „HYMNS“ anders als die letzten Bloc Party Alben. Tanzbaren Indie findet man kaum auf der neuen 11-Track-LP, dennoch hat auch das Album diesen gewissen Bloc Party Charme, dem wir – wenn wir ehrlich sind – alle schon mal erlegen waren. Es ist einfach Okerekes Stimme und sein Gefühl für perfekte Gesangsmelodien, die auch diese Platte wieder so besonders machen. Wirklich nicht so besonders, wie die „Silent Alarm“ – allerdings ist die auch schon fast elf Jahre alt, da darf man sich weiterentwickeln. Und das merkt man „HYMNS“ definitiv an. Sogar eine wirklich ruhige Ballade ist mit dem Track „Exes“ auf dem heute erscheinenden Album vorhanden.

Songs wie „3×3“, „Like Eating Glas“ oder „Banquet“ fehlen auf „HYMNS“, sind aber durch Tracks „The Love Within“, „Only He Can Heal Me“ oder „So Real“ (teilweise) gut „ersetzt“. In der Breite fehlt dem Album aber mehr, als in der Spitze. Die gerade angeführten Songs sind wunderbar, danach wird es auf dem Album aber dünner. Klar ist Okerekes Stimme eine besondere, die uns an die Hand nimmt, aber das ist dann doch nicht alles.

Fazit:
Mir gefällt „HYMNS“ auf einer ganz eigenen Art und Weise. Vergleiche zu vorherigen Bloc Party Platten, könnte die Qualität dieses neuen Albums schnell schmälern und das soll nicht passieren. „HYMNS“ ist eine schöne Platte von einer Band, die durch diese besondere Stimme des Sängers und dessen Gefühl für Melodien weiterlebt. Musikalisch hatte ich mehr Bloc Party und weniger Kele Okereke Solo erwartet. Elektronische Klänge sind auf „HYMNS“ immer wieder zu vernehmen, was der Platte auch definitiv gut tut. Aber dennoch: mir fehlen die hohen, schreienden Gitarren und auch die mitreißenden Beats. Wenn man „HYMNS“ ganz simpel als „Hymnen“ übersetzt, dann fehlen mir leider genau diese (vielzahl an) Songs, die im Ohr bleiben. Track eins, zwei und drei haben eh Ohrwurmcharakter, aber danach wird es leider ein wenig dünn.

Ich werde mich aber auch an den „neuen“ Sound von Bloc Party gewöhnen, weil die Band es einfach wert ist gehört zu werden!

Anspieltipps: „The Love Within“, „Only He Can Heal Me“, „So Real“

HYMNS

Tracklist:

01. The Love Within
02. Only He Can Heal Me
03. So Real
04. The Good News
05. Fortress
06. Different Drugs
07. Into The Earth
08. My True Name
09. Virtue
10. Exes
11. Living Lux

Bloc Party - HYMNS (Infectious Music, 29.01.2016)
4.1Gesamtwertung