Wir schreiben das Jahr 1984. Das Jahr in dem ich das Licht der Welt erblickte. Das Selbe Jahr ist die Geburtsstunde der Band Lucifer’s Heritage. In drei Jahren wird diese Band ihren Namen in Blind Guardian ändern.

1988 wird aus dem Material der ersten beiden Demos ein Album, Battalions of Fear.

Zeitsprung: Wir befinden uns in der Zeit um die Jahrtausendwende.

Ein junger Metalhead betritt einen der, zu der Zeit noch recht häufigen, Karstadt Läden. Auf der Suche nach neuer Mucke fällt ihm eine CD in die Hände. Das Bild auf der Rückseite zeigt vier Herren im typischen Metal-Look. Lange Haare, Jeans, T-Shirt und eine schwere, schwarze Lederjacke. Das muss doch was richtig hartes sein.

Kaum zu Hause landet der Silberling im CD-Player. Dann der Schock, was ist das?! Eine Orgel dudelt Jahrmarktsmusik. Was zur Hölle hast du da denn gekauft? Aber die Erlösung lässt nicht lange auf sich warten. Ein Break bringt das zu Tage was der junge Metalhead sich von der Scheibe versprochen hat. Harten, schnellen Metal!

„Now the time has come – for to leave this land – Take my charge with pride – sacrifice”

Es geht verdammt rund! Wer nur die neueren Scheiben von Blind Guardian kennt, wird Probleme haben sie hier wieder zu erkennen. Eine wahnsinns Geschwindigkeit, Power pur, Speed Metal, Thrash Metal, es fällt schwer sich zu entscheiden. Der Sound ist top aber noch roh und ungeschliffen, der Aufbau der Songs noch nicht so verspielt wie heute. Nichts desto trotz ein wichtiges Kapitel im Werdegang dieser Band.

7 Minuten und 31 Sekunden dauert der Opener „Majesty“. Sehr mutig den längsten Song der Scheibe gleich als Erstes zu servieren. Langeweile kommt hier allerdings nicht auf. Diese Spielfreude, die schiere Power, dass macht Bock auf mehr.

Kein Ding, geht weiter!

„Guardian of the Blind“ beginnt mit einer Double Bass Drum als müsste Thomas Stauch um sein Leben rennen. Ich hatte zu der Zeit noch keine Ahnung wie das möglich war. Es war schlicht und einfach beeindruckend.

Weiter geht’s mit einem Instrumental, auch cool. Eine klassische Marschtrommel geht in einen schnellen Rhythmus über. Gitarre und Bass geben Gas. Wie eine Overtüre baut „Trial by the Archon“ das Fundament für „Wizard’s Crown“ und noch ‚ne Schippe oben drauf.

Ich dreh am Rad, ich kann nie wieder schlafen gehen. Die Welt dreht sich…

Nach zwei verhältnismäßig kurzen Nummern kommt „The Martyr“ mit über 6 Minuten daher. Fast eine halbe Stunde dauert das Inferno jetzt schon und das Tempo steht immer noch.

Im Titelsong „Battalions of Fear“ ziehen die Jungs vom Start weg alle Register. Wieder stehen am Ende des Songs über 6 Minuten auf der Uhr. Auch hier ohne Langeweile aufkommen zu lassen. Rhythmuswechsel, Soli und Tempowechsel. Ein Rezept das sich von Vorne bis Hinten bewährt hat.

Das Instrumental „By the Gates of Moria“ lockert den Ablauf vor dem letzen Song ein wenig auf. Sehr hörenswert aber leider viel zu kurz.

Der Bonustrack, „Gandalf’s Rebirth“, kommt wieder ohne Vocals aus. Hier ist schon gut zu erkennen wo der weitere Weg die 4 Jungs aus Krefeld später hinführen wird.

Auch wenn die neueren Scheiben von Blind Guardian ausgefeilter, schöner und vielleicht auch besser klingen.

Battalions of Fear bleibt meine Lieblingsscheibe dieser Band, eine Band die zeigt das deutscher Metal eine Grundfeste dieses Genres ist.

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Tracklist:

  1. Majesty
  2. Guardian of the Blind
  3. Trial by the Archon
  4. Wizard’s Crown
  5. Run for the Night
  6. The Martyr
  7. Battalions of Fear
  8. By the Gates of Moria
  9. Gandalf’s Rebirth (Bonus)