Black Shape of Nexus sind laut, tief und hart. Pure Düsternis voller Verzweiflung und Wut. Musik im Spannungsfeld zwischen Doom, Sludge und Drone. Hier zählen keine spielerischen Meisterleistungen, sondern vor allem die Leidenschaft für jeden einzelnen Ton, der jegliche Emotion durchscheinen lässt – vorzugsweise in Dunkelgrau und Tiefschwarz.

Ihr letztes Album „Negative Black“ ließ sogar Konkurrenten wie Celeste oder AmenRa alt aussehen. Nach vier Jahren schon eine Art Klassiker. Dessen scheint sich die Band, die sich konsequent jeglichem Anflug von Kommerzialität verweigert, bewusst zu sein. Denn einen Nachfolger hinterher zu schieben bezeichnet die Gruppe als eine wirklich schmerzhafte und unangenehme Aufgabe.

Das hörbare Leiden scheint also echt zu sein. Denn „Carrier“ ist nicht weniger düster als sein Vorgänger – allerdings doch ein Stück anders. Innerhalb des eng gesteckten Kosmos der Band bewegen sich B.SON von Stück zu Stück immer wieder in leicht andere Sphären, so dass das Album anfangs ziemlich überraschend klingt. „I can’t play it“ beginnt dabei noch recht gewöhnlich mit dröhnendem, nihilistischem Doom, überrascht nach kurzer Zeit allerdings mit einem lässigen Jazz-Part. Das düstere Ambient-Stück „Lift yourself“ verspricht ein dezentes Abgleiten, stößt den Hörer aber in der zweiten Hälfte als derb blastige Hardcore-Attacke vor den Kopf.

Heavy geht im Fall der Band also auch anders. Dagegen sind die folgenden, überlangen „Sand Mountain“ und „Facepunch Transport Layer“ schon fast gewöhnlich. Bieten sie doch den gewohnten B.SON-Sound mit seiner eigentümlich Dynamik, den tiefliegenden Gitarrenriffs, die jeden Ton auskosten und der grummelnden, intensiven Gesangsperformance. „Sachsenheim“ präsentiert sich mit dem schnurrenden Grundriff und dem wiederholenden Refrain dagegen schon fast heavyrockig. Eine Art Doom-Hit?

Boh, das hat erst einmal gesessen. Zeit zum Luftholen bleibt allerdings nicht. Denn als Abschluss nahm man sich einen alten Hellhammer-Song zur Brust. Wie passend, lebten die kurzlebigen Schweizer ihren Sound doch vergleichbar radikal aus, selbst wenn das Endergebnis anders klang. B.SON heben die Nummer jedenfalls auf ein neues Level und beschließen ein Album das zuerst überrascht, nach einer gewissen Eingewöhnungsphase allerdings doch wieder gefällt, nachdem das Sextett einen erst einmal genüsslich und mit Elan durchgekaut und ausgespuckt hat.

Die schwerste Band Deutschlands ist also wieder zurück – und das ist auch gut so!

Black Shape Of Nexus - Carrier

Trackliste:
1. I Can’t Play It
2. Lift Yourself
3. Sand Mountain
4. Facepunch Transport Layer
5. Sachsenheim
6. Triumph of Death

Black Shape Of Nexus - Carrier (Exile on Mainstream, 18.03.2016)
4.2Gesamtwertung