Hui, das ist aber mal wieder so ein sperriges Ding… „Selves We Cannot Forgive“ ist das zweite Album der Band aus Pennsylvania und man macht es dem Hörer gar nicht so einfach dem Ganzen zu folgen.

Black Crown Initiate sind Freunde proggiger Verspieltheit und verpacken diese in modernen, bisweilen recht abgeschliffenen Death Metal. Das klingt manchmal als würden Behemoth mit aktuellen Opeth anbandeln. Das trifft es aber nur ganz vage zur groben Orientierung. Das Quintett macht jedenfalls keine Mucke zum gepflegten Nebenbeihören.

Das Quintett schachtelt aber auch nicht ein kompliziertes Riff an das nächste und garniert das Ganze mit unvorhersehbaren Breaks. Die Songs bleiben auch trotz ihrer verschiedenartiger Elemente und teilweise kantiger Rhythmik stets im Fluss. Neben brutalen Metalattacken mit tiefer gestimmten Gitarren und kräftigen Growls gibt es aber auch zahlreiche klare Gesangs- und Gitarrenmomente, die glücklicherweise nicht zum Selbstzweck verkommen oder nach Schema F eingeworfen werden. Kein einziger Titel folgt einer bestimmten Routine, so dass es stets spannend bleibt.

Black Crown Initiate haben also einiges zu bieten, in das man sich verbeißen kann. Allerdings muss man erst einmal mit der kalten und recht verkopften Atmosphäre klarkommen. So mancher wird das als vermeintliche „Kunstkacke“ diffamieren. Aber das dürfte die Band wohl drüber stehen.

Eine Empfehlung für Freunde zeitgemäßer Komplexität.

Black Crown Initiate - Selves We Cannot Forgive

Trackliste:
1. For Red Clouds
2. Sorrowpsalm
3. Again
4. Belie the Machine
5. Selves We Cannot Forgive
6. Transmit to Disconnect
7. Matriarch
8. Vicious Lives

Black Crown Initiate - Selves We Cannot Forgive (Long Branch Records/SPV, 22.07.2016)
3.7Gesamtwertung