Mit ihrem fünften Album „Hyper Focus“ zeigen sich die Psychedelic-Rocker von Birth Of Joy wieder einmal von ihrer spacigen und abgedrehten Seite und entführen uns in die 60er und 70er Hippie-Zeit… damals, als alles noch so schön bunt und blumig rüberkam – und schräge Drogen an der Tagesordnung waren.

Ich habe das niederländische Trio vor zwei Jahren beim 2016er Deichbrand Festival auf der Newport-Bühne gesehen und bin damals – entgegen meines eigentlichen Musikgeschmacks – dann doch etwas länger hängen geblieben… mag es an der abgedrehten Musik, oder aber auch daran gelegen haben, dass mich Schlagzeuger Bob rein optisch gesehen die ganze Zeit an den jungen Joe Cocker erinnerte.

Aber nun direkt zu „Hyper Focus“…

Birth Of Joy begrüßen uns auf dem neuen Album mit „Join The Game“ direkt stilecht mit rockigen Gitarren- und wabbernden Keyboard-Sounds… das gehört sich ja wohl auch für eine Combo, die man grob irgendwo zwischen den guten alten Led Zeppelin-, The Who- und den The DoorsScheiben einsortieren kann – ich glaube die drittgenannte Band war auch der Grund, warum ich damals ein Auge und Ohr riskieren wollte.

Eigenartig, aber weder die erste, noch die zweite Nummer „Hyper Focus“ schrecken mich oder halten mich davon ab, Kevin, Bob und Gerjan weiter folgen zu wollen. Vielleicht habe ich heute morgen einfach zu viele Pillen eingeworfen… oder zu wenig – wer weiß das schon immer so genau?!

Es kann auch sein, dass die drei mich in der Zwischenzeit in Hypnose versetzt haben, denn auch die folgenden elf Nummern, wie zum Beispiel „You Are Many“, „Riff Raff“ oder „Let It Slide“ lassen mich entspannt an die Zeit zurück denken, als ich selbst noch in Batik-Shirts und mit längeren Haaren – ja, die hatte ich mal… also Haare 😀 – durch die Gegend rannte und Jim Morrison sowie den Konsum Birth Of Joyvon bewusstseinserweiternden Substanzen mehr verehrte als es gut war.

Okay, mit den instrumentalen Zwischenparts „I“, „II“ und „III“ kann ich zwar nichts anfangen und auch „Witches Hammer“ klingt mir persönlich zu sehr wie ein Beatles-Hippie-LSD Rausch, aber für eine objektive Beurteilung bin ich dann scheinbar doch zu genrefremd aufgewachsen!

Also irgendwie gefallen mir die Niederländer, ich kann mir nicht helfen… und wie gesagt, auch live haben sie auch eine gute Figur abgegeben. Ich denke Auftritte beim Pinkpop oder auch beim Montreux Jazz-Festival muss man sich ja auch erstmal verdienen, oder?!

Wer also Lust hat mal ein wenig über den Tellerrand zu schauen, der ist bei Birth Of Joy ganz gut aufgehoben… und wie gesagt, die rockigen Gitarren und der wummernde Bass machen das Ganze auch für härtere Seelen interessant – die Schweineorgel und den einen oder anderen Psycho-Effekt könnt ihr euch ja dann einfach wegdenken!

 

Titel:
1. Join The Game
2. Hyper Focus
3. You Are Many
4. I
5. Riff Raff
6. Forenoon
7. Witches Hammer
8. II
9. Let It Slide
10. Sypdorkat
11. Poor Duffy
12. III
13. Sell Out

 

Birth Of Joy – Hyper Focus Tour 2018 Tourdaten
10.04.18 Münster, Sputnik Café
11.04.18 Hamburg, Hafenklang
12.04.18 Bremen, Tower
13.04.18 Berlin, Musik & Frieden
14.04.18 Nürnberg, Club Stereo
15.04.18 Leipzig, Naumanns
17.04.18 Wien (AT), Viperroom
18.04.18 München, Ampere
19.04.18 Lausanne (CH), Bleu Lezard
20.04.18 Dudingen (CH), Bad Bonn
21.04.18 Zürich (CH), Papiersaal
22.04.18 Lustenau (AT), Carinisaal
23.04.18 Konstanz, Kulturladen
24.04.18 Stuttgart, Goldmarks
25.04.18 Heidelberg, Halle 02
26.04.18 Wiesbaden, Schlachthof
28.04.18 Köln, Blue Shell

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Birth Of Joy - Hyper Focus (Glitterhouse/Indigo, 16.02.2018)
3.5Gesamtwertung