Zum achten Mal schlagen die Berliner Beatsteaks nun am Freitag zu – denn dann erscheint zwei Jahre nach dem Greatest-Hits-Album „23 Singles“ und drei Jahre nach dem selbstbetitelten letzten Studioalbum also ihr neues Album „Yours“.

Zugegebenermaßen braucht man für „Yours“ schon ein wenig Flexibilität, denn so viele unterschiedliche Stile bzw. Genres hat man von den Beatsteaks noch nie geboten bekommen. Es scheint beinahe so, als hätten es sich Arnim und der Rest der Band zur Aufgabe gemacht, für wirklich jeden Fan einen ansprechenden Song zu schreiben – ob es nun die Freunde des gepflegten Indie, die Liebhaber von Disco-Musik, die Punks, oder auch die dem Pop verfangenen Hörer sein sollten – alles scheint auf dieser Scheibe möglich zu sein!

Alleine, dass es 21 Songs auf das Album geschafft haben ist bemerkenswert… aber da man einige Gastmusiker dabei hat, verteilt sich die Kreativität auf mehrere Schultern. Neben Chad Price, Stereo Total und Jamie T verirren sich auch Deichkind, wie bei der neulich erschienenen Single „L auf der Stirn“, und Farin Urlaub bei „Abbadu“ auf der neuen Scheibe.

Herrlich erfrischend wird mit „Break Down“ losgelegt und die bereits abgefeierte Radio-Single „40 Degrees“ schließt direkt an, bevor man es mit besagtem Chad Price und „You In Your Memories“ zu einer ansprechenden Garage-Rock-Nummer werden lässt.

Über „Filthy Crime“ geht’s dann direkt weiter zum ebenfalls bereits veröffentlichten „I Do“… recht smart und genau die richtige Vorbereitung auf die 60er French-Rock-Nummer „Velosolex“, für welche die Berliner Stereo Total gewinnen konnten – was ein geiler Song… macht echt Bock!

Fever“ würde ich persönlich als wunderbare Brit-Pop-Nummer durchgehen lassen und auch wenn mir „Ponkywonky“ bzw. der Titelsong „Yours“ nicht so zusagen, „Mrs Right“ und die rotzige Punkrock-Story „Sucker Punch“ besänftigen mich schnell wieder.

Ach ja, da waren ja noch die beiden Nummern „Hate To Love“ und „L auf der Stirn“ – erstere gemeinsam mit dem Briten Jamie T, der aufgrund seines Gesangs gerne auch mal mit Mike Skinner (The Streets) oder Alex Turner (Arctic Monkeys) verglichen wird und hier hervorragend abliefert. „L auf der Stirn“ ist erst kürzlich veröffentlicht worden und zeigt die Bandfreundschaft der Beatsteaks mit den Jungs von Deichkind… kann man machen, bringt mich persönlich aber nicht ganz so zum Ausflippen!

Da lasse ich mich doch eher von „No Surprises“ begeistern, bevor mit „Abbadu“ der zweite deutschsprachige Song zusammen mit Farin Urlaub für eine wirkliche Überraschung sorgt – gefolgt von der feine Foo Fighters/QOTSA-Rocknummer „Gap“… den Abschluss machen die Herren Beatsteaks dann mit der schick krachigen Nummer „The Job“!

Mag Arnim auch Vergleiche zu früheren Mixtapes ziehen, auf welchen auch nicht immer alle Songs gleich klingen würden, so ist den Beatsteaks für mich mit „Yours“ ein wunderbarer Querschnitt ihres über zwanzigjährigen Könnens gelungen!

Auch wenn ich jetzt nicht alle Songs gnadenlos abfeiere, das Album hat ganz viele Höhen und minimale Tiefen – und das aus dem Mund eines kritischen Beobachters, der sich mit den Berlinern in den letzten Jahrzehnten nicht immer bedingungslos arrangieren konnte! 😉

 

Titel:
01. Break Down
02. 40 Degrees
03. You In Your Memories (feat. Chad Price)
04. Filthy Crime
05. I Do
06. Velosolex (feat. Stereo Total)
07. Fever
08. Ponkywonky
09. Yours
10. Mrs Right
11. Sucker Punch
12. Policoro
13. Hate to Love (feat. Jamie T)
14. L auf der Stirn (feat. Deichkind)
15. Attack and decay
16. Come On And Get Some
17. No Surprises
18. Abbadu (feat. Farin Urlaub)
19. Gap
20. Summertime
21. The Job

Foto: Ute Langkafel

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Beatsteaks – Yours (Warner, 01.09.2017)
4.5Gesamtwertung