Oha, hier wird dem Fox God aber ordentlich gehuldigt! 12.000 Menschen fanden sich im April in London ein, um die japanische Musiksensation Babybmetal live zu bewundern. Und verdammt, es waren nicht nur kleine Mädchen, die hier laut vor hin sich kieksten. Die Publikumsgeräusche lassen sogar fast ausschließlich gestandene Männer vermuten.

Die Stimmung ist jedenfalls bereits prächtig, als eine weibliche Stimme im pathetischen Intro etwas vom Metalspirit labert und gepflegte Hörspielatmosphäre verbreitet. Anschließend wummert die Band mit dem Un-Song „Babymetal Death“ los und dann kommen sie, die drollig-süßen, kleinen Japanerinnen, die ihre Tänzchen aufführen und poppige Refrains ins Auditorium feuern.

Sieht sicher lustig aus, wenn die über die Bühne turnen, ihre Pirouetten drehen und im Hintergrund fette Showeffekte abgebrannt werden. Leider bekommt man davon zu Hause nix mit. Denn wir haben es hier ja nur mit einer schnöden Live-CD zu tun. Irgendwie dann doch etwas unsinnig ohne Bilder dazu. Denn das Ganze klingt nicht wirklich anders als die Studiovorlagen. Also auch in diesem Kontext durchaus mit einem gewissen Plastikgeruch. Technische Unterstützung vom Onkel Computer war sicherlich ordentlich mit im Spiel. Authentizität erwartet auf der anderen Seite aber auch sicher niemand.

Und unter diesem Gesichtspunkt macht „Live at Wembley“ schon irgendwie Spaß. Ist halt die Nippon-Hollywood-Version eines Konzerts. Top gestylt und aseptisch. Der Fan bekommt natürlich die volle Dröhnung dieser skurril-überdrehten Mischung als hart und modern bollerndem Metal und niedlichen Melodien, die direkt aus knallbunten Animes stammen könnten.

Als durchkomponiertes Lifestyleprodukt ist die CD also irgendwie durchaus gelungen. Wenn man denn darauf steht…

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Trackliste:
1. Babymetal Death
2. Awadama Fever
3. Yava!
4. GJ!
5. Doki Doki Morning
6. Meta Taro
7. Amore
8. Megitsune
9. Karate
10. Ijime, Dame, Zettai
11. Gimme Chocolate!!
12. The One
13. Road of Resistance