Auf das neue Avatarium-Album habe ich wirklich mit Freude gewartet. Die bisherigen Alben und EPs gehören für mich mit zum Besten, was in den letzten Jahren im Sektor des harten Rocks erschienen ist. Die Sparte Doom Metal kann hier natürlich auch aufgemacht werden, obwohl Avatarium mit ihren neuen Album „The Fire I Long For“ doch eher in hart rockenden Gefilden unterwegs sind und dabei noch immer diese wunderbare Traurigkeit in ihren Songs haben.

Bei den letzten Veröffentlichungen war Bandgründer und Candlemass-Mastermind Leif Edling noch schwer in involviert, aber auch aus Avatarium zieht er sich inzwischen zunehmend zurück. Drei Songs hat er noch für „The Fire I Long For“ geschrieben. Das Heft in der Hand haben jetzt Jennie-Ann Smith und Marcus Jidell.

Durch den langsamen personellen Wechsel haben sich die Band und der Sound natürlich verändert, oder eben auch weiterentwickelt. Die größte Veränderung ist wohl der Härtelevel, während man ältere Alben der Band durchaus noch mit Doom Metal in Verbindung bringen konnten, konzentrieren sich Avatarium mehr auf rockige Töne. Und das macht richtig Spaß.

Direkt der erste Song „Voices“ ist ein perfektes Beispiel dafür, hier gibt es noch die drückenden Riffs, welche an Candlemass erinnern, aber sobald der Gesang einsetzt gewinnt der Songs an Leichtigkeit. Sehr geil! Zusammen mit den folgenden Songs „Rubicon“ und „Lay Me Down“ gelingt der Band der perfekte Einstieg in das neue Album. „Rubicon“ klingt ein wenig melancholischer als der Rest des Album, und „Lay Me Down“ ist so wunderbar eingesungen worden, hier kann es dem Zuhörer schon mal kalt oder warm den Rücken runterlaufen!

Wer es etwas schneller mag, dem sein „Shake The Demon“ ans Ohr gelegt. Ja, die Band kann auch schnell!

Avatarium ist mit „The Fire I Long For“ ein tolles Album gelungen. Mal wieder!

 

1. Voices
2. Rubicon
3. Lay Me Down
4. Porcelain Skull
5. Shake That Demon
6. Great Beyond
7. The Fire I Long For
8. Epitaph Of Heroes
9. Stars They Move

 

Foto by Phil Jamieson

Avatarium - The Fire I Long For (Nuclear Blast, 22.11.2019)
4.4Gesamtwertung