Bekanntlich hat der Doom-Metal-Veteran Leif Edling mit den Folgen eines Burnouts zu kämpfen. Wahrscheinlich scheint für den Schweden Musik, beziehungsweise das Schreiben von Musik, zu den Methoden zu gehören, welche ihm helfen aus dieser Krankheit und Krise einen Weg heraus zu finden. Für seine Fans ist dies natürlich toll, bekommen sie doch in schöner Regelmäßigkeit neue Veröffentlichungen von Candlemass, Doomsday Kingdom und Avatarium zu hören. Nachdem Candlemass und Doomsday Kingdom in den letzten Monaten ihre Hörer beglückt haben ist nun wieder Avatarium an der Reihe. Es scheint so zu sein, dass Edling sich die stärksten Songs für die Band um die charismatische Sängerin Jennie-Ann Smith aufzuheben scheint.

Der direkte Vorgänger des neuen Albums „Hurricanes And Halos“ war ein gutes Stück klassischer Hard Rock. „The Girl With The Raven Mask“ konnte allerdings nicht ganz mit dem überragenden selbstbetitelten Erstling mithalten. Mit „Hurricanes And Halos“ nimmt die Band wieder deutlich Kurs auf ihre ersten Studioaufnahmen. Obgleich Avatarium etwas ruhiger und sanfter agieren scheint die Musik der Schweden wieder intensiver zu werden.

Deep Purple, Led Zeppelin und natürlich das Doom Urgestein Black Sabbath gucken bei fast jeder Note um die Ecke. Orgeln ertönen in fast allen Songs des Albums, wer also Probleme mit Hammondorgeln hat, der sollte seine Ohren nach vorne klappen und etwas Anderes hören. Ich find das, grade in diesem musikalischen Kontext, ziemlich geil.

„Into The Fire / Into The Storm“ geht direkt mit dicken und ziemlich schnellen Riffs nach vorne los. Die Sängerin verfällt in einen Sing-Sang welcher mit kleinen orientalischen Überbleibseln überrascht. Das Album mit solche einem breitbeinigen Rocker zu beginnen hat etwas. „The Starless Sleep“ ist der Song mit dem größten Hitpotential des Albums. Klasse Melodie, welche sofort hängenbleibt!

„Road To Jerusalem“ ist etwas ruhiger ausgefallen und möchte nicht direkt gefallen. Der Song braucht wahrscheinlich noch ein paar Momente bis er sich mir erschließt. Momentan finde ich ihn noch seltsam:
„Medusa Child“ macht es dem Zuhörer dann wieder leicht. Der schwerfällige Song ist klassischer Doom Rock/Metal, und überrascht mit einem ziemlich krassen Wechsel in der Bridge. Vom heftigen Doom Rock wird zu einem Kinderchor gewechselt! Interessant!

Das etwas längere „A Kiss (From The End Of The World)“ beginnt mit sanften akustischen Gitarren, nach einer knappen Minute werden dann allerdings die Verstärker eingeschaltet und der Song entwickelt sich zu einem Monster. Bombast, Doom Metal und Eingängigkeit! So lob ich mir das!

Der abschließende Titeltrack „Hurricanes And Halos“ ist eigentlich nur eine Soundspielerei.

„Hurricanes And Halos“ gefällt mir sehr gut. Besser als das starke Vorgängeralbum, aber immer noch etwas zurück hinter dem grandiosen Debüt.

Kaufempfehlung!

01. Into The Fire / Into The Storm
02. The Starless Sleep
03. Road To Jerusalem
04. Medusa Child
05. The Sky At The Bottom Of The Sea
06. When Breath Turns To Air
07. A Kiss (From The End Of The World)
08. Hurricanes And Halos

 

http://avatariumofficial.se/

 

Photos by Linda Akerberg

Avatarium - Hurricanes And Halos (Nuclear Blast, 26.05.2017)
4.3Gesamtwertung