Passend zum Song „Smells Like a Freakshow“ präsentierte Avatar mit der äußerst durchgeknallte Outlaw-Zirkusshow von „Hellzapoppin’“ aus Florida, eine Vaudeville-Freakshow, die druckvolle Rockmusik mit atemberaubenden Stunts verbindet. Atemberaubend war diese Vorstellung in jedem Fall. Gewöhnungsbedürftig ebenfalls und widerlich auch. Vielleicht gar nicht schlecht, wenn man dabei in einer der hinteren Reihen gestanden hat, denn einiges war echt nichts für schwache Nerven. Ein Beinloser, ein Liliputaner, Werkzeug in der Nase, ein Mann am Fleischerhaken. Ja, das war auf jeden Fall mal eine etwas andere „Vorband“.

So eklig es stellenweise war, so unfassbar gut hat es in das Gesamtkonzept der aktuellen Avatar-Tour gepasst. Die Aufmachung rund um den König, der durch sein Land reist, ist einfach grandios. Auch die Umbauphase war anders als gewohnt. Es dudelte nicht einfach irgendwelche belanglose Musik im Hintergrund. Es war eher wie ein Radio-Sender, der über die Reise des Königs durch die Länder berichtete und ihn lobpreiste. Wie schon gesagt, ein stimmiges Konzept, was wirklich beeindruckend ist.

Und dann endlich tritt der König auf die Bühne. Mit Krone und Umhang natürlich. Und bekommt seinen Thron hinterher getragen. Ganz alleine sitzt er genau in der Mitte der Bühne und beginnt die Show. Nach und nach füllen die anderen Mitglieder der Band die Bühne und legen gemeinsam richtig los. Frontmann Johannes Eckerström ist wie immer mit unfassbar viel Power dabei und schmettert seine Songtexte kraftvoll ins Publikum. Avatar machen live einfach immer eine unfassbar gute Show. Definitv eine Band, die man sich – sofern man auf die Musik steht – nicht entgehen lassen sollte!