Mit „At War With Reality“ hat sich das schwedische Death Metal Urgestein At The Gates 2014 wieder erfolgreich zurück gemeldet. Mit „To Drink From The Night Itself“ legen die Schweden nun nach.

Würde man mich fragen, mit welchem Album man denn den Erstkontakt zu At The Gates herstellen soll, dann würde ich den neuen Langdreher nicht unbedingt empfehlen. Das Album ist ungewohnt sperrig. Schon der Titel des Albums klingt irgendwie nicht nach At The Gates. Was vielleicht daran liegen mag, wo die Band ihre Inspiration für dieses Album bezogen hat. Tomas Lindberg hat sich wohl durch den Wälzer „Die Ästhetik des Widerstands“ von Peter Weiss gekämpft, in dem Buch geht es um die Auseinandersetzung von Arbeitern und dem Faschismus. Ein schwieriges Thema, aus dem dann auch schwierige Musik entstanden ist.

Schwierig bedeutet in diesem Fall nicht schlecht, aber anders. At The Gates präsentieren sich deutlich langsamer. Die Songs sind alle im Midtempo gehalten, die Gitarrenriffs sind schwer und sperrig.

Wie gut die Band es aber dann schafft Sperrigkeit und Eingängigkeit miteinander zu verbinden zeigt sie dann allerdings auch ein paar Mal. „Palace Of Lepers“ ist so ein Beispiel. Das At The Gates dann hier auch ein etwas schnelleres Tempo anschlagen ist dann für mich auch keine große Überraschung.

„To Drink From The Night Itself“ ist ein eher ruhiges und nachdenkliches Album, vielleicht gebe ich auch deshalb den älteren Alben der Band noch den Vorzug, so richtig warm werde ich mit Songs wie „The Mirror Black“ oder „A Labyrinth Of Tombs“, welche eher nachdenklich ausfallen, nicht!

Mal schauen, vielleicht braucht das Album noch ein wenig Zeit!

01. Der Widerstand
02. To Drink From The Night Itself
03. A Stare Bound In Stone
04. Palace Of Lepers
05. Daggers Of Black Haze
06. The Chasm
07. In Nameless Sleep
08. The Colours Of The Beast
09. A Labyrinth Of Tombs
10. Seas Of Starvation
11. In Death They Shall Burn
12. The Mirror Black

Foto Credit: Ester Segarra

At The Gates - To Drink From The Night Itself (Century Media, 18.05.2018)
3.8Gesamtwertung