Die im Raum Stuttgart beheimateten Art Against Agony sind nicht nur ein Musik-, sondern ein regelrechtes Kunstprojekt. Neben dem Spiel mit Tönen beschäftigt man sich mit experimentellen Ausstellungen, Performance-Art, Fotografie, videografischer Kunst sowie mit DIY-Projekten, in denen selbst kreierte Instrumente entstehen. Wer mehr darüber erfahren und davon sehen möchte, dem sei ein Besuch der reichhaltigen Homepage der Truppe ans Herz gelegt. Wir beschäftigen uns derweil mit unserer Kernkompetenz: der Musik.

Die stets inkognito auftretende Band hat bereits mehrere experimentelle Alben veröffentlicht, „Shiva Appreaciation Society“ ist ihr neuestes. Und es ist mal wieder ein richtiger (man entschuldige die Ausdrucksweise) Gehirnfick! Ein wilder Bastard als Jazz, Progmetal, Mathrock, Djent, verflochten mit zahlreichen Einflüssen, die bis den indisch/orientalischen Anklängen der Nummer „Nandi“ reichen. Da braucht man sich nicht wundern, wenn mal ein Slayer-Gedächtniss-Riff reinschneit oder äußerst feinfühlige und geschmeidige Piano-Klänge auftauchen. Filigranes trifft hier ganz ungeniert auf Grobschlächtiges. Und das mit jeder Menge Spielwitz.

Diese Widersprüche machen die Platte ziemlich interessant – aber auch anstrengend. Easy-Listening geht definitiv anders. Es gibt auch keinen Gesang an den man sich krallen könnte. Im Fokus steht voll und ganz die pure Musik, die immer wieder technisch bis maschinell, ja, eigentlich sogar ziemlich steril klingt, nur um dann wieder angenehm harmonisch und warm zu fließen. Stilistisch ist das alles genauso spleenig bis ausgeflippt wie ihre (ebenfalls süddeutschen) Kollegen Panzerballet oder Schizofrantik. Sympathisch klischeefreie Grenzgänger mit viel Lust am Experiment.

„Shiva Appreaciation Society“ ist kein Album zum nebenbei hören. Das sollte in diesem kurzen Text klar geworden zu sein. Wer seine Synapsen mal wieder ordentlich zum Leuchten bringen möchte, ist bei Art Against Agony auf jeden Fall an der richtigen Stelle!

An alle anderen: es ist Vorsicht geboten…

 

Trackliste:
1. Introduction
2. Nothing To Declare!
3. Nandi
4. Katz
5. Pumpkin Thief
6. Emissary
7. Feste
8. Voerman Interlude
9. Write A Word: THC
10. Write A Sentence: The Headbanger’s Confusion
11. Lemon Tree
12. Hulullúlulu Pt. II
13. House Built On Sand
14. Queen’s Lullaby

 

Art Against Agony - Shiva Appreciation Society (SAOL/H’Art, 05.10.2018)
4.0Gesamtwertung