Arrested Denial ist eine Punkrock Band aus Hamburg. 2009 gegründet veröffentlichten die vier 2010 die EP „Church on Friday“. 2013 folgte die erste „echte“ Platte „Our Best Record So Far“. Am 22.07. erschien jetzt der Nachfolger Arrested Denial – „Frei.Tal“.

Leider folgt das Review deutlich nach Erscheinung. Wir alle haben halt auch unsere „echten“ Jobs, dazu kamen in diesem Fall einige logistische Probleme. Aber besser spät als nie.

Ich bin mir nicht zu 100% sicher, aber ich meine mich Wage an ein Konzert von Arrested Denial in Bremerhaven im Yesterday erinnern zu können. Da die Erinnerung sehr verschwommen ist, gehe ich relativ unbedacht an die Platte. Wobei eine gewisse Vorfreude vorhanden ist, da Bassist Timo ebenfalls in der von mir sehr geschätzten Band Small Town Riot aktiv ist – sofern es die Band noch gibt?!

Also los geht’s: “Ich hab beschlossen euch zu hassen” – Schöner Titel, schnörkelloser Punkrock, mit einem sehr eingängigen Refrain und einer klaren Botschaft an all die homophoben Vollidioten da draußen. Mit der sehr schönen Zeile:

Es ist unfassbar, wie oft wir tolerieren
auf was für Nichtigkeiten Menschen andere Menschen reduzieren

Nach dem vielversprechenden Opener geht’s weiter mit „Heimathafen“.
Ein ruhiger, melancholisch klingender Song. Jeder, der seinen Heimathafen irgendwann verlassen hat und gelegentlich zurückkommt, wird solche Menschen kennen, die es nie geschafft haben selbigen zu verlassen – gefällt.

Weiter geht’s – „Zeit zu gehen“ knüpft irgendwie an „Heimathafen“ an, satter guter Punkrock.

„Nationalisten aller Länder“ – ein schöner Ska-Song, laut Waschzettel unterstützt Ulf von Rantanplan Arrested Denial hier. Inhaltlich wie der Name vermuten lässt eine Ansage an bestimmte Menschen da draußen. Natürlich mag der ein oder andere sagen, dass es nichts neues ist und jede Punk Band solche Songs hat, aber solange Leute wie Petry, Storch, Seehofer und Konsorten ihren Mist verbreiten, sind solche Lieder einfach richtig und wichtig.

 

Ganz gleich, ob Fascho oder Wutbürger mit Großmachtsfantasien
Nationalisten aller Länder, fickt euch ins Knie!

Das etwas ruhigere „Bis hier, bis heute“, „Zurück auf Start“ und „Stillstand“ funktionieren gut nacheinander, irgendwie wird hier eine schöne Geschichte erzählt.

„Frei.Tal“ setzt da an wo „Nationalisten aller Länder“ aufgehört hat. Punkrock mit klarer politischer Message.

„Um nichts in der Welt“ und „Alles bleibt gleich“ sagen mir irgendwie nicht so zu. Bei „Alles bleibt gleich“ finde ich Gesang und Gitarre schwer anzuhören. Aber vielleicht soll es auch so sein, schwerer Text, schwere Musik.

Die Platte endet mit „Alles wird gut“. Super Song wie ich finde. Ich mag diesen irgendwie düster klingenden schwermütigen Punkrock.

Fazit von Arrested Denial – „Frei.Tal“ – wer auf guten deutschsprachigen Punkrock steht, zuschlagen. Ihr habt aktuell auch die Möglichkeit die vier live zu sehen.

01.09. Garage – Lüneburg
02.09. Ostbunker – Osnabrück
07.10. Menschenzoo – Hamburg
21.10. Affentanz Festival – Weilburg
24.11. Goldener Salon – Hamburg
25.11. Juzi – Göttingen

Meine Anspieltipps: “Ich hab beschlossen euch zu hassen”, „Nationalisten aller Länder“ und “Alles wird gut”

 

1. Ich hab beschlossen euch zu hassen
2. Heimathafen
3. Zeit zu gehen
4. Nationalisten aller Länder
5. Bis hier, bis heute
6. Zurück auf Start
7. Stillstand
8. Frei.Tal
9. Um nichts in der Welt
10. Alles bleibt gleich
11. Solidarität
12. Alles wird gut

Arrested Denial - Frei.Tal (Mad Butcher Records, 22.07.2017)
3.7Gesamtwertung