In welchem Zwischenzustand (die Übersetzung von “Liminality”) sich This April Scenery aus NRW im Moment befinden wissen sie wahrscheinlich nur selbst, aber ich persönlich schätze es so ein, dass sie gespannt darauf warten wie ihr heute erscheinendes zweites Album „Liminality“ ankommt und wie sie die zehn Songs dann live zum besten geben werden. Also ich könnte mir vorstellen, dass sie genau diesen aufgeregten Zustand meinen… aber was weiß ich schon?!

Vielleicht geht es auch um die Veränderungen in der Gesellschaft, im allgemeinen Miteinander… um alles was bisher festgestanden hat und nun durch krasse Neuerungen aus den Fugen geraten ist und die Menschheit an der Schwelle zum Chaos, vielleicht sogar ja noch einen Schritt weiter bringt?!

Wie gesagt, was der Titel bedeutet, fragt die Band am besten selbst (vielleicht bekomme ich ja beim Konzert in Bremen nächste Woche mehr heraus)… ich konzentriere mich lieber erstmal auf das Album, also rein in den Player und auf Start gedrückt!

Direkt nach dem ersten Durchgang der Scheibe, welche übrigens von Phil De Gap (`Egotronic´, `Jennifer Rostock´, `Frittenbude´) gemastert wurde, kann ich die Frage ob This April Scenery „angekommen“ sind meinerseits bereits mit einem klaren und eindeutigen „auf jeden Fall!!!“ beantworten… das Album ist eine kluge Weiterentwicklung des Debütalbums „Absence Makes The Heart Grow Folder“, mit welchem sie bei mir 2012 schon so sehr ansprechend positiv aufgefallen waren!

Wie viele Bands hat es in den letzten Jahren gegeben die versucht hatten, ihre großen Vorbilder aus Amerika zu imitieren und für einen kurzen Zeitraum als billige Kopie durch die Lande zu tingeln, um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden?

Unzählige… und dann war da der Moment, wo man eine CD zur Begutachtung bekommt, diese im Wagen zur Arbeit einlegt und sie seitdem nicht mehr herausbekommt! Nein, nicht weil das dusselige CD-Teil klemmt…viel eher deshalb, weil sie gut ist… sehr gut sogar!

Harte Gitarren, schnelle Schlagzeugbeats und bewegenden Texte… all das in Songs verpackt, die vom Opener „Mallory Bloom“, über das Tempostück „Shifty Eyes“, welches bereits im Januar als Video erschienen ist, bis zu „Windy Chill“ nie langweilig oder belanglos auftreten.

Und spätestens bei „Modern Hustle“ kommt auch der letzte Bewegungsmuffel in Wallungen und der Song lädt eigentlich nur so zum „Kreise“ ziehen beim sommerlichen Festival-Circle-Pit ein…!

Die Wechsel bzw. die Mischung im Verlauf der einzelnen Songs gefallen mir auf “Liminality” ganz besonders, zwischen tempogedrosselten Strophenparts bis zu krachend lauten und aggressiv geschrienen Refrains… das gerade erst als Video erschienene „Myriad Of Future Plans“ darf man hier ruhig als gelungenes Beispiel empfehlen… Chapeau die Herren!

 

This April Scenery zeigen, dass man gute, ansprechende, abwechslungsreiche Rockmusik machen kann, ohne gleich den Stempel „Cool, aber die klingen ja wie…!“ aufgedrückt zu bekommen! Die Nähe, die ihnen damals zu Billy-Talent und At The Drive-In zugesprochen wurden sehe ich eigentlich weiterhin überhaupt nicht… es erstaunt viel mehr, dass sie so erfrischend sind und ein Gespür für Songs mit eigener Note und Wiedererkennungswert haben!

Also gibt es hierfür eine klare Kaufempfehlung von mir… ich habe fertig!

 

This-April-Scenery-Liminality-Cover

Tracklist:
01. Mallory Bloom
02. Shifty Eyes
03. Levitation Pt. 1
04. Levitation Pt. 2
05. Modern Hustle
06. Myriad Of Future Plans
07. Caught In Mediocrity
08. Euclid Avenue
09. Melting Thoughts
10. Windy Chill

 

Wer sich This April Scenery live gönnen möchte kann dieses auf der Support-Tour für `Heisskalt´ tun, welche Mitte der nächsten Woche beginnt… schaut selbst wo ihr hin müsst:

20.04.16 Bremen – Tower
21.04.16 Kiel – Schaubude
22.04.16 Berlin – Auster Club
23.04.16 Leipzig – McCormacks
24.04.16 München – Kranhalle
27.04.16 Frankfurt – Ponyhof
28.04.16 Rees-Haldern – Haldern Pop Bar
29.04.16 Eupen – Alter Schlachthof
30.04.16 Düsseldorf – Pitcher
08.05.16 Böblingen – Casa Nostra

This April Scenery – FACEBOOK

This April Scenery - Liminality (Midsummer / Cargo, 15.04.2016)
4.7Gesamtwertung