Die Ankündigung von Jeff Waters für „Triple Threat“ war groß. Ein Livekonzert! Eine Unplugged-Session! Eine Dokumentation! Verdammt, das sind ja gleich drei Dinge auf einmal! Gibt’s denn das?! Ja, das gibt es. Auch wenn das Endergebnis jetzt nicht gerade der Überhammer geworden ist, sondern eher etwas für den den wahren Hardcore-Fan, der alles von seinen Lieblingen haben möchte.

„Triple Threat“ enthält im schön aufgemachten, mehrfach ausklappbaren Digipack zwei Audio-CDs sowie eine DVD, bzw. Blu-ray mit dem genannten Inhalt. Das Konzert wurde im letzten Sommer auf dem Balinger Bang-Your-Head aufgenommen. Die Kulisse ist somit annehmbar groß. Die Sonne schien kräftig, als Jeff Waters und seine Spießgesellen bei Tageslicht ordentlich Gas gaben. Und das auch ohne Fehl und Tadel. Waters schart schließlich keine Pfeifen um sich. Trotzdem ist er ohne Wenn und Aber der Chef im Ring. Und er meistert die Doppelbelastung mit Gesang und Lead-Gitarre ganz gut, auch wenn es natürlich viel bessere Vokalisten gibt. Trotzdem möchte der Funke anfangs nicht so richtig überspringen. Woran es liegt? Schwer zu sagen.

Wer die Balladen von Annihilator (von denen die Band durchaus ein paar richtig gute hat) mal gebündelt am Stück hören möchte, kann dagegen zur beiliegenden Unplugged-Session greifen. Sie wurde nicht live vor Publikum, sondern in Jeff Waters‘ Studio aufgezeichnet. Mit drei Gitarren, Bass, etwas Perkussion und zwei Stimmen gibt man zehn Titel zum Besten. Den Gesang teilt sich Jeff Waters mit Marc LaFrance, der mit seiner weichen Stimme durchaus gut passt. Klingt alles ganz gut. Doch leider etwas steif und wenig ausgelassen (bis auf den Boss selbst natürlich). Hier hätte der Audiomitschnitt genügt.

Als Bonus erzählt Jeff Waters noch jeweils etwas zu den einzelnen, performten Titeln. Das ist wiederum durchaus interessant und unterhaltsam. Etwas das man nur bedingt über die einstündige Dokumentation sagen kann. Negativhöhepunkt ist die Beweihräucherung des Kanadiers durch Musikerkollegen und durch Fanvideos. Dass Jeff Waters ein toller Kerl ist, das weiß man auch so. Zwar ist es toll, dass er auch seinen Mitmusikern einiges an Platz in dem Film einräumt. Aber ob man die Sachen so genau wissen möchte, wenn die Musiker eh bald wieder passé sind? Ich weiß nicht… Dafür ist das Ganze recht kurzweilig geschnitten und die Fanfragen am Ende sind doch noch interessant. Doch mehr als ein Bonus, den man sich wohl nie wieder ansieht, ist der Film leider nicht.

Am Ende hat man dann doch etwas das Gefühl, dass man mehr aus dem Projekt hätte machen können. Das knappe Budget sieht man leider ziemlich deutlich. Eigentlich schade. Man nimmt Jeff Waters durchaus ab, dass er Annihilator seinen Fans auf verschiedene Art und Weise präsentieren möchte. Doch so richtig groß ist die Veröffentlichung leider nicht, selbst wenn man damit Spaß hat.

Annihilator - Triple Threat

Chapter 1: Un-Plugged – The Watersound Studio Sessions
1. Sounds Good to Me
2. Bad Child
3. Innocent Eyes
4. Snake in the Grass
5. Fantastic Things
6. Holding On
7. Stonewall
8. In the Blood
9. Crystal Ann
10. Phoenix Rising

Chapter 2: Live at the Bang Your Head Festival
1. King of the Kill
2. No Way Out
3. Creepin‘ Again
4. Set the World On Fire
5. Welcome to Your Death
6. Never, Neverland
7. Bliss
8. Second to None
9. Refresh the Demon
10. Alison Hell
11. Phantasmagoria

Chapter 3: Summer Mini-Documentary 2016

Bonus Material: Jeff Waters comments on the Watersound Studio Sessions

Annihilator - Triple Threat [Blu-ray/2-CD] (UDR Music, 27.01.2017)
3.6Gesamtwertung