Ally The Fiddle – Up (Gentle Art Of Music, 14.09.2018)

Ally Storch a.k.a. „Ally The Fiddle“ ist eine gefragte Studiomusikerin und seit zwei Jahren als Nachfolgerin von Frau Schmitt auch festes Mitglied von Subway To Sally. Ihren Kosenamen machte sie kurzerhand zum Titel ihres Soloprojekts. Mittlerweile ist Ally The Fiddle allerdings auch eine richtige Band.

„Up“ nennt sich deren neuestes Album und jenes bietet musikalisch ziemlich interessanten Stoff. Eine Art Progressive Metal, bei dem nicht unbedingt bratzige Gitarren, sondern die verschiedenen Geigensounds von Frau Storch im Mittelpunkt steht. Unterstützt wird die Stammbesetzung immer wieder von durchaus bekannten Gästen, wie den beiden Knorkator-Männern Alf Ator und Buzz Dee, Evanesence-Gitarristin Jen Majura, Letzte-Instanz-Cellist Benni Cellini, Drum-Wundermann Marco Minnemann (u.a. The Aristocrats, Steven Wilson) sowie Geiger Jerry Goodman. Jener setzte in den 70ern insbesondere mit der Jazzrock-Formation Mahavishnu Orchestra große Akzente.

Und diese schlagen auch auf diesem Album ordentlich durch. Immer wieder erklingen verschachtelte Spielereien, die auch King Crimson oder den alten Jazzrockern zur Ehre gereicht hätten. Ganz besonders im Instrumental „Aphotic Zone“, das spielerisch ganz großes Tennis ist und den Prog-Hörer verzücken dürfte. Wenn sich die Musiker selbst ordentlich von der Kette lassen, macht es schon Spaß ihnen zuzuhören, denn das besitzt ganz schön Klasse, was nicht zuletzt das Joe-Satriani-Cover „Surfing With The Alien“ beweist.

Hervorzuheben ist besonders das Aufeinandertreffen von Jen Majura, Ally und Goodman bei „Try To Stop Me“ sowie der Geigen-Schlagzeug-Battle „The Path“. Letzteres hat allerdings das Problem, dass das Stück als solches etwas unausgegoren wirkt und einige Parts etwas wahllos aneinander gefügt wirken. Genauso wie beim basslastigen „The Bass Thing“.

Aber trotzdem sind die instrumentalen Stücke immer noch die spannendsten. Leider ist Ally Storch überhaupt keine gute Sängerin, was ihre Gesangsstücke leider arg in Mitleidenschaft zieht. Schade, denn „Sisyphos“ oder „Center Sun“ sind gar nicht so schlecht Stücke.

Am Ende bleibt so ein etwas schaler Beigeschmack bei einem durchaus interessanten Projekt. Vielleicht ist es am Ende auch eher ein Musikerding. Aber Prog-Fans dürften durchaus etwas zum Entdecken finden!

 

Trackliste:
1. Sisyphos
2. Aphotic Zone
3. The Bass Thing
4. The Path
5. Tree
6. Try To Stop Me
7. Living In The Bubble
8. Entering Stratosphere
9. Center Sun
10. Surfing With The Alien (Bonus-Track)

 

3.3