Rund eineinhalb Jahre nach ihrem namenlosen Debüt kommen die Düsterheimer Alkymist mit ihrem neuen Album „Sanctuary“ um die Ecke. Ein weiterer Beweis der Dänen, wie dunkle Musik heutzutage klingen kann.

Müsste man eine Schublade öffnen (und das tun wir Schreiberlinge ja zwangsläufig ständig…), dann käme man ziemlich schnell zum Doom-Schieber. Der Doom Metal des Quartetts klingt allerdings alles andere als gewöhnlich. Musikalisch ist man nämlich definitiv näher an Triptykon, als an Candlemass. Durch den Gesang hervorgerufene Death-Elemente gesellen sich zu klaren, fast schon gotischen Passagen. Das geschickte Songwriting sorgt für eine künstlerische Herangehensweise. Den Aufkleber „Progressive“ anzubringen, scheue ich mich fast etwas. Aber in diese Richtung geht es teilweise.

Überlange Titel wie der packende Opener „Oethon“, „Desolated“ oder „Astral Haze“ bewegen sich weitab von einfachem Schema-F-Songwriting, sind tiefgehende Kompositionen – geschickt aufgebaut, voller Dramatik und Heavyness. Der Kampf der inneren Geister, die Untergangsstimmung mit der (vielleicht) am Ende stehenden Erlösung, wurde hier adäquat umgesetzt. Dazu stellen drei kürzere Überleitungen den Kitt zwischen den fünf „richtigen“ Stücken von „Sanctuary“ dar.

Das Album ist in klangtechnischer Sicht wirklich famos einfangen. Der transparente und doch sehr volle Sound präsentiert die Musik optimal, so dass das Ganze stimmig abgerundet wird. Da können die Daumen nur noch oben zeigen!

 

Trackliste:
1. Oethon
2. The Dead
3. S.O.Y.
4. Draugr
5. Gust Of War
6. Desolated Sky
7. Astral Haze
8. Warkeeper

 

Alkymist - Sanctuary (Indisciplinarian, 01.05.2020)
4.2Gesamtwertung