Alice Cooper – Detroit Stories (earMUSIC, 26.02.2021)

Ich muss gestehen, dass ich erst in den 80ern zum guten alten Alice gefunden habe. Klar kannte ich “Schools Out”, aber erst die Hits wie “Poison” und “He’s Back” haben mein tieferes Interesse geweckt. Ich mochte diese poppig-hardrockigen Sounds mit einer Prise 70er-Glam gewürzt schon immer. Bin eh großer Freund von 70er Stoff wie Rainbow, Deep Purple, Black Sabbath, Kiss usw. Also Feuer frei!

Aus dem Infowaschzettel:

“Detroit Stories” heißt das neue Album von Alice. Es feiert und ehrt den Sound und Geist der goldenen Ära des Detroiter Rocks. 
 
“Detroit war wirklich der Ort für Heavy Rock,” erklärt Alice. “Im Eastown zum Beispiel konnte man an einem Abend Alice Cooper, Ted Nugent, The Stooges und The Who sehen, und das alles für 4 $! Dann am nächsten Wochenende im Grande standen MC5, Brownsville Station und Fleetwood Mac auf der Bühne, oder auch Savoy Brown und die Small Faces. Als Soft-Rock-Band hatte man da echt nichts verloren.”

Jetzt liegt hier das Prachtstück in Form von 2 Tellern aus schwarzem Gold und es nimmt mich von Anfang an gleich mit. Produzent ist endlich wieder kein geringerer als Bob Ezrin. Jeder Kiss-Fan wirft sich gerade in den Staub… Kann nur gut werden, zudem hat er auch bei den meisten Songs mitgeschrieben. (Also genau das, was Bob Ezrin schon seit fünf Jahrzehnten mit Unterbrechungen bei Alice Cooper macht  😉 – Anm.d.Red.)

Es fängt auch locker flockig mit den Song “Rock and roll” von Lou Reed an. Schöner 70s-Vibe ohne verstaubt zu klingen. Ich weiß nicht, den wievielten Frühling der gute Alice durchlebt, aber er wirkt und klingt unglaublich Fit. Das spürt man gerade im nächsten Song “Go Man Go”. Fast punkig wie Rarmone. Der schnelle Anfang, macht Spaß, toller Autofahrer-Song mit schönem Gitarrensolo. Mein Favorit.

“Our love will change the world” ist das komplette Gegenteil. Voll 60er Jahre mit Beatles-Schlagseite. Könnte ein uralter Radiohit sein. “Drunk in love” ist eine so dreckige Blues-Ballade – toll.

So zieht sich das durch das ganze Album. Totale Abwechslung, sehr vielschichtig – für jeden was dabei. Alles auch toll von den Musikern gespielt und prächtig produziert. “Hail Mary” wird live garantiert von allen mitgesungen – ich freu mich drauf (irgendwann…)- “I hate you” ist ein fieser Rocker, genau mein Geschmack, wie auch “Sister Anne”. Einfach Alice Cooper wie man ihn liebt.

Hier gibt es zwar kein Schockrock mit Gruselfaktor, aber eine tolle (Hard-)Rockplatte, die niemals langweilig wird. Ich sag nur “Shut Up And Rock” Damit ist auch alles zu dieser Platte gesagt. Klasse!

Press Picture Copyright: earMUSIC – Photo Credit Jenny Risher

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