Mit dem dritten Studioalbum von Alexisonfire – Crisis – kommt in meinen heutigen Classics eine Platte zu Ehren, die ich als ganzes Album erst spät zu schätzen gelernt habe, einzelne Songs daraus aber für mich den Beginn meiner Liebe zu Alexisonfire darstellen. „This could be anywhere in the world“ war eines der beiden ersten Lieder, die ich von Alexisonfire gekannt habe (zusammen mit „.44 Caliber Love Letter“). Es lief quasi jedes Wochenende im Club, in dem ich damals fast schon zum Inventar gehört habe. Und der Song hatte mich sofort. Das prägnante Drum-Intro, der cleane Gesang von Dallas im Wechsel mit dem roughen Gesang von George. Und dann der melodiöse Refrain. Richtig geil. Von der Band musste ich mehr hören.

„Boiled frogs“ gesellte sich in meine Playlisten, ebenso wie „We are the sound“ und einige andere Stücke der ersten beiden Alben. Erst viel später wanderte dann das ganze Album am Stück durch meine Gehörgänge und ich frage mich bis heute, warum ich das nicht gleich von Anfang an getan habe. Direkt der Opener „Drunks, Lovers, Sinners And Saints“ bläst alles weg – „Sincerity over simple chords“ – wie treffend das doch ist. Und man nimmt es den Jungs ebenso ab wie das „This is from our hearts“. Heute definitiv einer meiner Lieblingssongs von Alexisonfire. Danach dann eben das gefühlt etwas ruhigere „This could be anywhere in the world“. Mit „Mailbox arson“ und „Boiled frogs“ nimmt die Platte wieder Fahrt auf und „We are the sound“ ballert einem wieder richtig um die Ohren. Hier merkt man auch, ebenso wie bei „Drunks, Lovers, Sinners And Saints“, dass es eine Platte ist, die für die Bühne gemacht wurde. Man kann gar nicht anders, als mitzusingen und auf dem Konzert würde man dazu die Faust in die Luft reissen. Mit „You burn first“ kommt danach ein ultrasperriges Stück Musik, das den Sänger von Planes Mistaken For Stars, Gared O’Donnell, featured. Wieder deutlich langsamer als die vorangegangenen Stücke, gesanglich  hört man die Wut, die im „you burn first“ liegt, unterlegt von kreischendem Geschrei im Hintergrund. Man fühlt sich fast nach Mordor versetzt. Mit den folgenden „We are the end“, „Crisis“, „Keep it on wax“ und „To a friend“ kommt die Platte wieder bei Singalongs und „Fist-in-the-air“-Songs an, bevor sie mit dem wieder etwas langsamerem und „ruhigerem“ fünfeinhalb-Minuten Song „Rough hands“ endet, in dem dann sogar ein Klavier zum Tragen kommt. Repeat. Sofort noch mal hören. „Alright, this is from our hearts!“ Faust in der Luft, Grinsen im Gesicht.

Das einzige, was mich heute an der Platte stört, ist, dass ich nirgendwo in meinem Plattenregal auf einem schönen großen Vinylcover „Alexisonfire – Crisis“ lesen kann, die ist hier in Deutschland nämlich nach wie vor nur verdammt schwer zu bekommen, wie alle Vinylplatten von Alexisonfire quasi nur über den Dine Alone Webstore direkt aus Kanada…leider! Und auch die 10 Years Anniversary Edition war vor ein paar Wochen direkt ausverkauft, bevor sie richtig zu haben war.

Hier gibt es noch ein Video mit Hintergrundinfos zur „Crisis“, das zum Release des Alexisonfire Boxsets 2013 erschienen ist.

 

 

 

Alexisonfire - Crisis
Alexisonfire – Crisis

1. Drunks, Lovers, Sinners And Saints
2. This Could Be Anywhere In The World
3. Mailbox Arson
4. Boiled Frogs
5. We Are The Sound
6. You Burn First
7. We Are The End
8. Crisis
9. Keep It On Wax
10. To A Friend
11. Rough Hands