Ich geb’s zu: Hoffnungslos veralteter Metal, der von jungen, schwedischen Bands neu aufgetischt wird, wird bei mir in der Regel immer gerne genommen. Irgendwas muss da oben im Wasser sein. Denn meistens wissen die (in der Regel) blonden Jungs, wie man ordentliche Songs im zeitlosen Schwermetallgewand schreibt.

Hiervon haben Air Raid mit ihren bisherigen zwei Platten keine Ausnahme gemacht. Mit „Across The Line“ präsentiert man nun nicht nur das dritte Album der Bandgeschichte, sondern auch noch den dritten Sänger in Folge. Und ich muss sagen, dass das gar nicht so schlecht ist. Denn der Mann mit der rauchigen Stimme fügt dem Stahl europäischer Prägung (Stichwort: Maiden, Priest und Running Wild) einen Hauch von geschmeidigem Ami-Hardrock hinzu. Das drückt die Chose immer wieder mal in Richtung Riot oder Leatherwolf.

Man nehme nur Nummern wie „Line Of Danger“ oder „Cold As Ice“. Das Melodieverständnis bodenständig melodisch, die Gitarren knackig und in den richtigen Momenten angenehm verspielt. Meist halten sich die beiden Herren an den Sechssaitigen aber im Zaum. Lediglich beim Instrumental „Entering The Zone Zero“ lässt man richtig die Sau raus. Haut schon hin.

Die Welt aus den Angeln heben Air Raid mit ihrem Album zwar nicht. Aber am Ende unterhält das Quintett doch ganz gut. Nix Besonderes zwar, aber allemal zünftiger Stoff.

Trackliste:
1. Hold the Flame
2. Line of Danger
3. Aiming for the Sky
4. Cold as Ice
5. Entering the Zone Zero
6. Hell and Back
7. Northern Light
8. Raid or Die
9. Black Dawn

Air Raid - Across The Line (High Roller Records, 29.09.2017)
3.8Gesamtwertung