Heavy Metal aus Indien! Klingt per se ja mal exotisch. Mit dieser Erwartungshaltung sollte man aber nicht „All Hail The King“ herangehen. Denn das Quartett Against Evil aus der Großstadt Visakhapatnam orientiert sich sehr genau an westlichen Vorbildern und man braucht sich deswegen auch nicht wundern, dass der Eröffnungstitel („Enemy At The Gates“) ihres ersten vollen Albums fast haargenau wie Manowar klingt.

Die Musik der Band hat das kleine, Schweizer Label Doc Gator Records mächtig beeindruckt. Denn jenes veröffentlichte das zuerst im Eigenvertrieb herausgebrachte Album vor kurzem als Digipack-CD und auf schwerem 180g-Vinyl. Zudem bescherte man beiden Versionen exklusive Boni. Zum einen den Track „War Hero“, auf CD findet man die feine Debüt-EP „Fatal Assault“ und der Schallplatte fügte man das Judas-Priest-Cover „Between The Hammer And The Anvil“ hinzu.

Soweit zu den nackten Fakten. Judas Priest ist auch ein gutes Stichwort. Die Inspiration der britischen Metal-Legende hört man neben den erwähnten Manowar-Zitaten genauso wie Anklänge á la Grave Digger oder Riot. Traditionsstahl der guten Sorte eben. Stilistische Kapriolen braucht man hier also nicht erwarten. Wichtiger sind ja schließlich auch die Songs. Und jenen hört man durchaus den Bock an, den die Band auf das Ganze hat. Wenn man den fast noch etwas schaumgebremst wirkenden Opener hinter sich gelassen hat, geht’s mit dem Titeltrack gleich mal kräftiger in die Vollen. Kämpferischer Refrain mit Gang-Shouts dahinter – das passt. Angenehm aggressiv wird’s bei „Sentenced To Death“, für welches man Jeff Loomis (Arch Enemy, Nevermore) für ein Gastsolo gewinnen konnte. Auf der anderen Seite steht dagegen das hardrockige „Mean Machine“. Das kitschige „Gods Of Metal“ schlägt in eine ähnliche Kerbe.

Sänger Siri agiert angenehm unauffällig bis kernig. In den lauten Momenten lässt er durchaus an einen Chris Boltendahl denken. Musikalisch ist das sauberes, hin und wieder etwas brav klingendes True-Metal-Handwerk ohne wirklichen Tadel, aber auch nichts, was man vorher vielleicht auch nicht schon wo anders euphorisierender gehört hätte. Sympathisch ist die Truppe auf jeden Fall. Und dass hier viel Herzblut seitens der Band und des Labels geflossen ist, darf ruhig mal erwähnt werden.

Deswegen kann ein Antesten für wurzeltreue Metalfans sicher nicht schaden!

Zu beziehen ist das Scheibchen direkt beim Label Doc Gator Records oder bei wenigen ausgewählten Online-Shops.

 

Trackliste:
1. Enemy At The Gates
2. The Army Of Four
3. All Hail The King
4. Stand Up And Fight
5. Setenced To Death
6. Bad Luck
7. We Won’t Stop
8. Gods Of Metal
9. Mean Machine
10. Battle Ball (CD-Bonustrack)
11. The Enemy Within (CD-Bonustrack)
12. Speedbreakter (CD-Bonustrack)
13. Wings Of Steel (CD-Bonustrack)
14. Bulletproof (CD-Bonustrack)
15. War Here (CD- und Vinyl-Bonustrack)
16. Between The Hammer & The Anvil (Vinyl-Bonustrack)

 

 

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Homepage von Doc Gator Records

Against Evil - All Hail The King (Doc Gator Records, 15.09.2018)
3.5Gesamtwertung