AFI sind eine der Bands, die sich immer wieder an dem einen Album messen lassen muss. Wenn man aber auch so ein legendäres und genreübergreifendes Stück Musik wie „Sing the Sorrow“ rausgehauen hat, dann ist das nicht verwunderlich.

Die Band kommt aus dem Hardcore, hat sich aber immer weiterentwickelt, hat ihre dunkle und atmosphärische Gothicseite immer mit im Gepäck gehabt und diese mit grandiosen Melodien und der nötigen Portion Druck und Stimmung in „Sing the Sorrow“ perfektioniert. Noch heute ist genau dieses Album ein Meilenstein, über den ich betrunken regelmäßig schwärme.

Nach weniger aufregenden Alben wie „Decemberunderground“, was in den Staaten sogar eine Platz 1 Chartplatzierung abgreifen konnte, geht es jetzt mit dem groß angeküdigten „The Blood Album“ weiter. Die Erwartungen, wie auch die Ansprüche waren im Vorfeld hoch. Sehr hoch sogar.

Mit „Dark Snow“ geht der Tanz auch gleich los und bleibt eher schleppend verhalten, aber gewohnt melodisch ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Ruhige Bridges und ein Refrain wie aus dem Stadionrockrulebook machen mich erstmal skeptisch.

In „Still a Strager“ spricht mich dann aber sofort das Akustik-Intro an. Und als der Song dann in eine melodische Punknummer mit einem schluchszenden Gesang, wie ihn nur ein Davey Havok unpeinlich kann, ausbricht, haben sie mich im Sack. Da sind sie wieder! Zwar fehlt hier komplett die Hardcore-Attitüde und elektronische Spielerei, aber allein durch den markanten Gesang fühl ich mich sofort wieder wie an Mutters Brust. Und so geht es auch in „Aurelia“ weiter. Havok gut drauf und jede Melodie sitzt.

Bei „Hidden Knives“ schlägt mein Herz dann schneller. Punkrock mit genau so einer Melodie, für die AFI von sovielen Fans geliebt wird. Großartiger Song!

Insgesamt geht es so weiter. Es gibt Songs wie „Get Hurt“, die ich gut, aber nicht überragend finde. Dann kommt wieder so ein „So Beneath You“, der endlich wieder den Punk hören lässt und so unfassbar großartig ist, wie AFI es in ihren besten Zeiten immer waren. Geil!

Songs wie „Snow Cat“ und „White Offerings“ bringen nicht nur den guten alten AFI-Sound mit, sondern auch die gewohnte Abwechslung, für die diese Band schon immer stand. Und im Fall von „White Offering“ auch wieder mehr Arschtritt. Danke!

Auf jeden Fall haben sie es geschafft. AFI sind wieder da! Nach vielen Jahren der Abstinenz haben es Davey Havok und Co geschafft und mich endlich wieder begeistert. Keine Ahnung was los war, aber hauptsache es ist wieder alles im Lot. Ich bin dann mal eben wieder 16 und sing mit Faust in der Luft mit. Danke!

 

 

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  1. Dark Snow
  2. Still A Stranger
  3. Aurelia
  4. Hidden Knives
  5. Get Hurt
  6. Above The Bridge
  7. So Beneath You
  8. Snow Cats
  9. Dumb Kids
  10. Pink Eyes
  11. Feed From The Floor
  12. White Offerings
  13. She Speaks The Language
  14. The Wind That Carries Me Away

 

AFI - The Blood Album (Concord / Universal , 20.01.2017)
4.5Gesamtwertung