Adam Rubenstein? Sagte mir erstmal gar nichts, aber sehr wohl seine alte Band Chamberlain, dort zeichnete er sich hauptverantwortlich für das Songwriting. „Nightly Waves“ ist nun das dritte Soloalbum von Rubenstein, das bereits im Oktober bei Arctic Rodeo erschienen ist.

Für Rubenstein war es das erste Album, dass er in einem Zustand der Zufriedenheit geschrieben hat und nicht aus einer reflektierenden Situation heraus. Und das hört man dem Album auch an: In sich ruhende Songs, irgendwo zwischen Indie und Singer/Songwriter angesiedelt, die für mich den passenden Soundtrack für einen gemütlichen Sonntag Nachmittag ergeben, könnte man auch perfekt in einem Café laufen lassen, oder im Auto auf dem Weg dahin. Die Instrumentalisierung ist oft etwas voller als bei den üblichen Singer/Songwriter-Alben (auch wenn das im Zuge der neuen „Fullband-Welle“ ja so auch nicht mehr stimmt), aber nie zu sehr im Vordergrund, höchstens mal bei einem Songintro oder als tragendes Element unter dem Gesang, und genau davon leben die Lieder: Rubensteins Stimme. Die Songs sind sphärisch komponiert, oftmals ruhig, selten mit etwas treibenderen Gitarren. Der Titel „Nightly Waves“ beschreibt das schon sehr gut, und selbst die Beach Boys-Chöre fehlen nicht. Im zweiten Teil des Albums legen die Songs ein wenig an Tempo zu, aber auch nicht allzu sehr. Und genau hier liegt für mich auch der Knackpunkt: Das Album ist zwar sehr schön, plätschert aber auch irgendwie ein wenig vor sich hin, um mal bei den Wasser Metaphern zu bleiben. Tolle Musik um sie nebenbei laufen zu lassen, aber keine Platte, die ich mir bewusst und mit Vorfreude auf den Plattenteller legen würde.

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Adam Rubenstein – Nightly Waves
1. Nightly Waves
2. End Of The Aisle
3. Crooked Wheel
4. Common Home
5. Graceful State
6. Ticker Tape
7. String Around Your Thumb
8. More Awake
9. Simple As They Come
10. Waiting On The News

Adam Rubenstein - Nightly Waves (Arctic Rodeo Recordings/Broken Silence, 16.10.2015)
2.5Gesamtwertung