Eigentlich könnte ich hier jedes QotSA-Album für unsere Classics aufführen. Die „Songs for the deaf“ war die erste mit der ich in Kontakt gekommen bin. Zu dem Zeitpunkt saß Dave Grohl hinter den Drums und verlieh dem Ganzen einen unwiderstehlichen Touch und „No One Knows“ war ein Hit. Im Anschluss kam die „Lullabies To Paralyze“ zum ersten Mal mit Joey Castillo hinterm Kit. Ebenfalls ein spitzen Album. Ich könnte dies so weiterführen, vom selbst betitelten Debüt, bis hin zur „… Like Clockwork“.

Aber das, meiner Ansicht nach, beste Album von Josh Homme und seinen Jungs (und zeitweise auch eine Frau) bleibt für mich das zweite Album „Rated R“.

QotSA werden immer einer meiner Lieblingsbands sein und davon gibt es gar nicht soviel. Klar, viele Sachen findet man cool, aber eine Band von der man eigentlich nie enttäuscht wurde findet man selten in seinem Fundus.

„Rated R“ begleitet mich zu jeder Jahres-, Tages- und Nachtzeit. Sobald die ersten Sonnenstrahlen kommen, drehe ich „In The Fade“ und „Better Living Trough Chemistry“ auf. 13228028_1185281288151275_1002628552_nUnd natürlich „Feel Good Hit Of The Summer“ (Logisch eigentlich, läd der Titel doch dazu ein) und ach, eigentlich jeder Song. Wie gesagt, dieses Album geht immer.

„Feel Good Hit Of The Summer“ ist nur eine Aufzählung von Drogen: „Nicotin, Valium, Vicodin, Marhijuana, Ecstasy and Alcohol…. Co-Co-Co-Cocaine“ unterstützt durch Judas Priests Rob Halford mit einem Drumming, dass Josh als „Robot-Rock“ später bezeichnet.

Als nächstes ist „The Lost Art Of Keeping Secrets“ zeigt dann, dass QotSA bzw. Josh sich von Kyuss gelöst hat. Melodien und teilweise komplizierte Riffs, aber mit dem Hang zum guten Popsong der ins Ohr geht. Bei „Leg Of Lamb“ wird Josh am Mikro vom großen Mark Lanegan (Screaming Trees) unterstützt. Übrigens hat Josh Lanegan eine lebenslange Mitgliedschaft bei QotSA ausgesprochen.

Generell neigt Josh Homme auch dazu sich immer eine Reihe an Gastmusikern ran zu holen. Seien es Leute aus seinem Desert-Sessions Umfeld (Chris Goss, Nick Oliveri, Alain Johannes, Dave Catching usw…) oder auch persönliche Freunde (Dave Grohl, Trent Reznor, Elton John, Billiy Gibbons usw…).

„Auto Pilot“ handelt vom Kontrollverlust, wenn man sich auf jemanden einlässt und ihm vollstens vertraut. Der erste etwas ruhigere Song mit einer wunderbaren jaulenden Gitarre, bei der man beim hören den flimmernden Asphalt in den Sommermonaten vor Augen hat.

Nun kommt für eines der ersten Höhepunkte: „Better Living Trough Chemistry“. Frei nach dem Motto „Alleine unter Menschen“. Bei QotSA ist für mich das Instrumentale mindestens gleichwertig gegenüber der Lyrics, wenn nicht sogar noch wichtiger. Diesen Song kann man gut und gerne als Blaupause für das Schaffen von dieser Band sehen. Am Anfang melodiös mit Gesang, steigert er sich nach einer kurzen Verschnaufpause in ein Monstrum des Stoners mit abstrusen Drumming und dem nutzen diverser Percussions und dem Spiel zwischen dem linken und rechten Tonsausgang sowie mit der Lautstärke. Über allem steht Joshs Gitarrenspiel, dass einfach nicht nach zu machen ist und seinesgleichen in der Musikwelt sucht.

Im Anschluss folgt „Monsters In The Parasol“. Einfach ein starker Track, der wieder den bereits erwähnten „Robot-Rock“ zeigt. Eine Sache ich ich auch immer sehr bei QotSA mochte und mag ist das teilweise monotone spielen von Riffs, was dann in komplizierte-mindfucks ausartet. Großartig.

Bei „Quick And The Pointless“ ergreift nach „Auto Pilot“ zum zweiten Mal Nick Oliveri das Mikrofon. Der Typ kann einfach nur sick und wahnsinnig klingen. Es ist dieses 13187745_1185281308151273_732384917_nabwechslungsreiche was mich bei jedem Hören aufs Neue begeistern kann.

„In The Fade“ ist mein absoluter Lieblingssong auf dem Album und insgesamt einer meiner liebsten von QotSA. Beim hören bin ich vom Kopf her immer im Park in der Sonne, auf ner Decke liegend und einfach nur diesem Werk lauschend. Die Strophen von Josh gesungen und der Refrain mit Lanegans unnachahmlicher Stimme dargeboten. Ich schwanke gerade beim lauschen des Songs wieder zwischen Euphorie, Gänsehaut, Weinen. Immer mit dem Kopf dabei nickend und einem Lächeln auf dem Gesicht.

Darauf folgt ein kurzer Reprise von „Feel Good Hit Of The Summer“ um im Anschluss an „Tension Head“ anzuknüpfen“. Gesungen / Geschrien von Oliveri ist der Song schon beinahe eine Punknummer mit teilweise brachialen Riffs.

Was einem beim Hören immer wieder auffällt, ist, dass Josh einfach immer einprägsame Melodien schreibt. Es setzt sich einfach fest. Egal ob leichte Kost oder schwer verdaulich. Er bekommt einen immer. Er kann von einem Opus bis zu einem Punksong einfach alles (schön zu hören auf der …Like Clockwork“ und dem aktuellen Iggy Pop Album „Post Pop Depression“).

„Lightning Song“ ist ein schönes Instrumental mit Akustikgitarren, Cajun und Klavier.

Beschlossen wird das Album mit einem Monstrum. „I Think I Lost My Headache“ – der Name ist Programm. Zäher Anfang, hypnotische Melodie und Gesang steigert sich der Song in eine Orgie, die in einem wahren Bläsermassaker endet, das es darauf anlegt wahnsinnig zu werden. Wun-der-schön!!!

Wie gesagt, ich hätte jedes Album von QotSA nehmen können, aber dieses hier ist meine absolute Konstante. Von vorne bis hinten großartig, genau richtig produziert mit Ecken und Kanten. Meiner bescheidenen Meinung nach, gehört dieses Album in jedes Regal! Vorzugsweise natürlich als Vinyl 😉 . Ich liebe sie einfach!

Ich hab mal probiert die Songs nach zuspielen und mir fast die Finger dabei gebrochen. Aber das Tuning allein ist schon der Wahnsinn. Verstärker aufdrehen und einfach mal die Seiten anschlagen; Du scheißt dir in die Hose so druckvoll ist das.

 

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Tracklist:
1. Feel Good Hit Of The Summer
2. The Lost Art Of Keeping A Secret
3. Leg Of Lamp
4. Auto Pilot
5. Better Living Through Chemistry
6. Monsters In The Parasol
7. Quick And The Pointless
8. In The Fade
9. Feel Good Hit Of The Summer (Reprise)
10. Tension Head
11. Lightning Song
12. I Think I Lost My Headache

 

Discography:
1998: Queens Of The Stone Age
2000: Rated R
2002: Songs For The Deaf
2005: Lullabies To Paralyze
2007: Era Vulgaris
2013: …Like Clockwork

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