Zum anstehenden Album haben wir die Gelegenheit genutzt und der Alex Mofa Gang ein paar Fragen gestellt. Das am 29.01.2016 erscheinende Album „Die Reise zum Mittelmaß der Erde“ wurde von uns hier getestet und abgefeiert. Hier also das Interview:

 

Euer Baby steht in den Startlöchern und in den vergangenen Monaten habt ihr euch schon den Arsch abgetourt. Wie bekommt ihr das zeitlich so alles hin? Habt ihr genug Ruhe für die Songschreiberei zwischen Bier und Bühne?

Gefühlt hätten wir ruhig noch mehr spielen können. Die Zeit zum Songwritting nehmen wir uns regelmäßig und gerne am Stück. Dann verkriechen wir uns eine Woche, oder so, aufs Land und machen einfach rund um die Uhr Musik.

 

Eure kleine Tour nach Argentinien. Wie reagiert das Publikum auf eure deutschen Texte? Haut das hin?

Die Resonanz war schlichtweg überwältigend. Natürlich haben die Leute kein Wort verstanden, aber sich eben von der Musik mitreißen lassen. Wir haben versucht in miesem spanisch ein wenig vom Inhalt der Songs und der Verknüpfung zu unserem Freund Alex und der Geschichte zu erklären – und selbst wenn sie nicht verstanden haben, was wir von ihnen wollten, haben sie das bravourös mit Tanz-Klatsch- und Mitsingwut überspielt. Es war echt eine tolle Erfahrung und sicher nicht unsere letzte Reise nach Argentinien und Uruguay.

 

Ihr werdet häufig von Viktor Schanz (Photography) begleitet. Seid ihr schon immer freundschaftlich verbandelt oder wie kommt es dazu?

Tatsächlich ja. Michi und Viktor sind Sandkastenfreunde. Ich dachte lange die beiden wären Geschwister…haha… also ich dachte das wirklich. Viktor ist wenn immer er kann dabei, er ist Teil der Familie (also sogar in der Band-whatsapp Gruppe) und ganz nebenbei ein phantastischer Fotograf.

 

Ihr habt alles durch. Große Hallen, kleine Clubs. Was liegt der Mofa Gang mehr?

Beides hat seinen ganz eigenen Charme. Wenn in einer Halle, oder auf einem Festival so viele Leute vor Dir stehen und die einzelne Person in der Masse zu einer Art Menschenpulk verschmilzt, dann bekommt dieser Mob eine derartige Energie durch die Lautstärke bei klatschen und schreien, dass das Gänsehaut macht. Es gibt Momente wo es dann einfacher ist, sich komplett fallen zu lassen.

Dennoch bauen wir uns im gleichen Abstand auf wie in einem Club. Wir brauchen auch auf einer großen Bühne, die Nähe zu uns.

In Clubs ist es die viel zitierte Intimität. Du kannst mit jedem im Raum Blickkontakt aufbauen, bekommst mit, wenn jemand euphorisiert, oder aber auch gelangweilt ist.

Alles ist dicht bei einander – die laute Bühne kämpft gegen eine (meist) kleine PA.

Hier kommt die Energie über die Nähe – ein mindestens genau so intensives Erlebnis. Eindeutig: ein faires unentschieden! 😉

 

Ihr habt einen dicken Rocksound, der nach meinem Gefühl ab und zu Richtung Punkrock abgeht. Wo seht ihr eure Wurzeln musikalisch?

Das trifft es doch ganz gut. Klar kommen wir alle aus dem punkigen Rockbereich und teilen eine gewisse Affinität zum Pop. Glücklicherweise spürt keiner von uns ein musikalisches Korsett. Das gilt auch beim Lieder schreiben. Also toben wir uns ordentlich aus und lassen das Ergebnis entscheiden, ob es im Alex Mofa Gang Kosmos stattfinden kann und möchte.

Einzige Regel ist die Umsetzbarkeit, vor allem bei Aufnahmen zu gewährleisten. Wir wollen das was man hört spielen können, ohne uns bei Konzerten einem Computer zu versklaven. Nicht zuletzt deshalb haben wir die Platte auch live zusammen im Studio eingespielt.

 

Und am Ende… euer Lieblingsmoment und die größte Scheiße 2015!

Global betrachtet, habe ich das Gefühl das 2015 mehr Scheiße passiert ist, als das man über Lieblingsmomente schreiben könnte – also beschränke ich mich mal galant auf den Band Kosmos.

Ein absolutes Highlight war ganz sicher, am anderen Ende der Welt vor so vielen Leuten Konzerte spielen zu können. Ganz abgesehen davon, war dieser Trip auch ein unglaublich schöner Band – Urlaub und eine Ausnahme an Gastfreundschaft und Herzlichkeit, die uns unsere Freunde von „La Vela Puerca“ da entgegen gebracht haben.

Der größte Scheiß war eine Grippe, die immer wieder im Bus herumging… Nee, im Ernst: 2015 war ein gutes Jahr für uns!

 

Interview: Sven

Foto: Viktor Schanz