Anfang der 2000er, Hose in den Kniekehlen, Skateboard unter den total zerschlissenen Schuhen, und natürlich die passende Musik dazu. Laut musste es sein. Man muss es immer noch hören können, wenn man mit dem Skateboard über Pflastersteine rattert. Bis dahin war Limp Bizkit das größte für mich. 2001 kam dann aber eine Band aus Hamburg dazu. Ich hatte noch kurz zuvor mein erstes Konzert überhaupt besucht, Limp Bizkit natürlich. Aber dann brachten 4Lyn ihr gleichnamiges erstes Album raus und ich war vom ersten Moment an gefangen von ihrem Sound.

Ich habe das Album nicht ohne Grund ausgesucht. Im Oktober kommt das erste Soloalbum des ehemaligen Sängers Ron Cazzato raus und daher höre ich im Moment wieder oft in die alten 4Lyn-Sachen rein. Ich muss sagen, dass ich schon lange nicht mehr so sehr auf ein Album gewartet habe wie auf dieses. Aber dazu dann zu gegebener Zeit mehr. Jetzt ist erstmal 4Lyn dran.

Ich kann es gar nicht mehr zählen wie oft ich 4Lyn live sehen durfte. Ich habe sie aber auf jeden Fall mit Abstand am häufigsten gesehen. Das erste mal als ich 4Lyn live gesehen habe, sind sie im Tatöff in Bevern aufgetreten, eine halbe Weltreise von Cuxhaven. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich sie etwas aus den Augen verloren, kannte das aktuelle Album auch noch garnicht. Aber auf diesem Konzert habe ich mich gleich wieder in sie verliebt. Darauf folgten bestimmt ein Dutzend weitere Konzerte und Festivalauftritte, gekrönt in dem ersten von zwei Abschiedskonzerten im Grünspan Ende 2013. Dies war das vielleicht längste Konzert auf dem ich je war.

Ein Grund warum ich sie so oft gesehen habe ist, dass 4Lyn ihre Songs nie einfach nur runtergespielt haben. Sie waren immer mit Leidenschaft auf der Bühne und man hat jedes Mal gespürt wie viel Spaß es ihnen macht. Eine Liveband durch und durch. Nicht ohne Grund waren sie Support für Nu-Metal Größen wie Papa Roach oder Rock-Legenden wie Guns’n’Roses. Als sie damals bei „Top of the Pops“ auftreten sollten, haben sie sich geweigert Playback zu spielen und haben damit die Produktion ganz schön ins Schwitzen gebracht. Ich weiß nicht, ob sie die Einzigen sind die damals dort live gespielt haben, aber ich glaube die ersten waren sie auf jeden Fall. Diese Freude und dieses Herzblut hat ihnen eine unglaubliche treue Fanbase beschert. Der Songname „One Love“ und die vier ausgestreckten Finger wurden Markenzeichen der Band.

In ihren ersten Jahren wurden sie ziemlich gehypt. Sie waren auf dem xXx-Soundtrack, sie spielten den Soundtrack für das Videospiel „Sega Soccer Slam“ ein und der Song „Go, Seadevils“ war die Hymne der Football-Mannschaft Hamburg Seadevils. Der Medien-Hype flaute mit den Jahren ab und die vier Jungs nannten sich dann mit etwas Selbstironie „the most famous band you’ve never heard of“.

In diesem Sinne.

One Love.

1. One 2 Three
2. Pure
3. Whooo
4. Lyn
5. No Champagne
6. Feel Me
7. Down & Out I
8. Bahama Mama
9. Poonanee
10. Down & Out II
11. No. 11
12. Wong Tsong
13. Quake
14. Discohead
15. Alina