Wir freuen uns ein zweites Loch in den Hintern, da wir die Tour zum anstehenden Album der Punks von James First aus Lübeck präsentieren können. Dazu gibt es heute die Volldröhnung. Sven hat seine Lieblingslübecker für ein Interview gelöchert, die Jungs hauen ihr neues Video raus und Tourdaten gibt es auch. Ein (feuchter) Traum! Also Nietengürtel richten und los gehts. Bittesehr:

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Sven: Jetzt mal Butter bei die Fische! Wer ist auf diesen Namen gekommen?

Klebo: Wir haben uns mehrere Monate Zeit genommen und ein brainstorming meeting jagte das nächste. All unsere kreative Energie wurde in die Namensfindung gesteckt. Nächtelang lag ich wach und zermarterte mir das geschundene Hirn nach einem Namen, welcher all das aussagt, was wir sind und was wir verkörpern wollen und dazu noch so cool klingt, dass die Polkappen doch wieder frieren, aber nichts, rein gar nichts wollte uns einfallen oder wir waren halt nicht alle zufrieden. Knapp war die Entscheidung bei „Schneckenschnaps aus Dortmund“ oder „cabbage youth“ (die über 30 Jährigen kennen vielleicht noch die Birne aus Oggersheim). Vorschläge gab es im dreistelligen Bereich und auf der Fahrt zur Probe, die Nerven bereits dreifach gerissen (angespannt wäre maßlos untertrieben), kam leider ich auf die bescheuerte Idee… „Ach watt, scheiß auf James Last, wir nennen uns James First“. Leider wurde mein schlechter Scherz anders aufgenommen, als meinerseits zu erwarten war, das kommt davon, wenn man dem Trommler auch ein Stimmrecht gibt.

Czassi: Ich war ja auch noch für Oirosport, aber irgendwie hat es der Name nicht in die letzte Runde geschafft.

Woomi: Alles richtig gemacht.

 

Sven: Die Zusammenarbeit mit Moritz und Backbite Records scheint ja wie am Schnürchen zu laufen. Wie kam die zustande? Kanntet ihr euch vorher?

Klebo: Ich kenne ihn noch immer nicht, obwohl wir bereits die zweite Platte über Backbite rausbringen. Da freu ich mich, dass wir uns am 22.10 hoffentlich mal in Karlsruhe auf der großen Labelparty im P8 sehen.

Czassi: Als wir die ersten Aufnahmen zur Debut-EP im Kasten hatten, habe ich einige Labels angeschrieben und der Mo hat mir auch ziemlich schnell geantwortet. Es war sofort klar, dass wir auf der gleichen Welle reiten, was DIY und grundsätzliche Dinge betrifft. Wir sind Backbite super dankbar für die ganze Unterstützung und freuen uns alle wie ein kleines Kind auf unsere zweite gemeinsame VÖ in zwei Jahren.

Woomi: Er hat mittlerweile angeblich ein Foto von uns in seinem Plattenladen. Ich bin fest der Überzeugung dass der Mo wirklich existiert! Markus: Mo ist einfach ein super Typ, der viel Zeit und Herzblut in unsere Szene steckt.

Sven: Markus spielt noch bei „Anthems for the Unloved“. Was macht der Rest vom Fest abseits von James First? Arbeitet bei euch überhaupt wer? So richtig mit Geld verdienen?

Klebo: Das sind ja 3 Fragen auf einmal…das kostet natürlich extra. 1. Ich bin der Vokalakrobat der bekanntesten und erfolgreichsten Hippiepunkband der Welt „Rotkäppchen und der braune Wolf“. Die Kapelle spielt regelmäßig (alle 1-2 Jahre) in ausverkauften Begegnungsstätten Lübecks. Ein unbedingter Anspieltipp für Intellektuelle und Vorzeigepunks mit Blumenfetisch! 2. Ja 3. Ja

Czassi: Ich arbeite als Kulturdrücker. Woomi: Hauptberuflich bringe ich mir Klavier bei, womit ich uns in Zukunft live begleiten werde (Flügel). Und ab und zu gehe ich sogar zur Arbeit.

Markus: Wie bereits erwähnt spiele ich noch in einer anderen Band, deshalb verbringe ich viel Zeit im Proberaum. Zuhause gibt es dann auch noch reichlich Sachen für die Bands zu erledigen und nebenbei behaupte ich, dass ich studiere.

 

Sven: Ihr positioniert euch politisch deutlich und drückt das auch in euren Songs aus. Wie wichtig findet ihr eine politische Aussage in der Musik? Sollte jede Band die Möglichkeit nutzen?

Klebo: Ich finde das extrem wichtig. Es gibt so viel Unrecht und Scheiße auf der Welt, dass man es immer wieder thematisieren muss. Und nein, es sollten nicht alle Bands diese Möglichkeit nutzen. Es muss jeder für sich wissen, was er von sich geben will. (Meinungsfreiheit, solange es Meinungsfreiheit ist…) Meinetwegen kann eine Band auch nur über die Biene Maja singen, ich muss mir die Sachen aber dann nicht anhören. Man muss aber in jedem Fall hinter dem stehen, was man von sich gibt.

Markus: Ich höre sehr viele Bands mit links-politischer Message und von denen lasse ich mich natürlich auch inspirieren. Gerade Musik bewegt etwas in den Menschen, für viele ist Musik die Nummer 1, wenn es um Freizeit, Entspannung oder sonst was geht. Deswegen ganz klar: JA! Auch wenn nicht jede Band das Wort “polit-” im Genre stehen haben muss oder sollte. Aber auf jeden Fall gehört eine richtige politische Aussage zur Musik dazu.

Sven: Eure Platte kommt, Video ist fertig, dicke Tour steht an… worauf freut ihr euch bei diesem ganzen Punkrock-Weihnachten am meisten?

Klebo: Das ist einfach…TOUR! Es ist geil, dass wir eine Platte rausbringen und ein Video und so’n Zeugs, aber da treffen wir keine Menschen (außer uns und den Mitwirkenden). Leute in verschiedensten Teilen Europas kennenzulernen und neue Bekanntschaften zu schließen ist doch das Geilste was einem passieren kann. Budapest oder Osnabrück, die Menschen sind es die zählen. Auch freu ich mich persönlich mal wieder alte Bekannte zu treffen, das ist Punkrock, das ist geil!

Woomi: Auf Tour fahren ist das Größte! Man nimmt so viele Eindrücke mit, trifft so viele nette, verrückte, interessante Menschen und sieht jeden Tag einen anderen Ort. Reisen allgemein ist einfach mein Ding und wenn ich das dann noch mit meinem Instrument und meiner Band verbinden kann: Einfach perfekt! So muss es laufen!

Markus: Ich persönlich freue mich auch darüber endlich mein erstes Album zu veröffentlichen. Vorher waren immer nur EPs dabei. Aber die Tour wird auf jeden Fall das Highlight! Endlich 16 Tage am Stück nicht duschen, YEAH!

 

Sven: Ich habe euch ja nun schon mehrfach zusammen erlebt und immer war das total harmonisch. Aber da ihr ja keine Hippies seid, geht ihr euch doch bestimmt auch mal auf den Sack. Bei den Aufnahmen, beim Touren… was nervt euch aneinander am meisten?

Klebo: Wieder einfach… Markus ist so jung, dass er mich immer als Opa tituliert, Czassi hat immer Angst, dass wir zu spät am Veranstaltungsort sind und Bonny (unser viel geliebtes 5tes Mitglied am Merch/als Roadie/Brüllaffe) zitiert immer schlechte Dokumentationen. Ach ja, Woomi ist cool. Aber mal im Ernst…wir sind in Wirklichkeit Hippies.

Czassi: Klebo fährt immer zu schnell, Markus redet mir zu viel, Woomi trommelt zu tight (da sehe ich dann immer noch schlechter aus) und Bonny raucht eindeutig zu wenig!

Woomi: ??? – Wir müssen reden. Nächste Probe.

Markus: Klebo hat immer einen überflüssigen Ratschlag parat. So wie man es von seinem Opa kennt. Ansonsten fällt mir, glaube ich, nichts mehr ein. Schade..