Freut euch, heute gibt’s mal wieder was aufs Maul!

Anlass hierfür ist das neue 100blumen-Video zu „Keine Träume„, welches mir Marcel liebenswürdigerweise „zur weiteren Verwendung“ zugeschickt hat und ich mich somit erschrocken daran erinnerte, dass ich doch tatsächlich noch nichts zum neuen Album der Düsseldorfer Punks geschrieben habe.

Um diesem Fauxpas direkt entgegen zu wirken, läuft „Keine Namen – Keine Strukturen“ hier nun schon seit zwei Stunden rauf und runter… dank der Spieldauer von gut 35 Minuten also schon in der vierten Runde.

Genügend Zeit also, um sich ein Bild der zehn Songs zu machen, die mit „Madness“ bombastisch und durchweg düster beginnen – hier fällt sofort die Mischung aus Dark Wave, Electro, Industrial-Punk und Hardcore auf, welche die Düsseldorfer ja schon seit Jahren zelebrieren und ihnen einen ganz eigenen Stil gebracht haben.

Auch „Wie früher“ sagt mir sehr zu, so endzeitlich und zerstörerisch der Text auch sein mag Die Einheit zwischen dem leicht monotonen Gesang und den aufs Wesentliche reduzierten Instrumenten holt mich ab… und bringt mich direkt zum gerappt, geschrienen „Drunkard (feat. PyroOne)„, 100blumens Hymne gegen Patriotismus und die AfD-Idiotie – Geile Nummer!

„I WANT A DRINK AND I WANT TO STAY FREE FUCK YOU AND YOUR NATIONAL IDENTITY!“
Drunkard (feat. Pyro One)

Und direkt weiter im Takt mit „A living“ – schön drumlastig und mit ordentlich Wumms im Bass… so kann auch ich elektronische Musik ertragen. Danach wabert minutenlang die vermeintliche Instrumental-Nummer „Weiß noch nicht“ dahin und ich weiß wirklich noch nicht, was ich davon halten soll – genau bis zu dem Moment, wo Sänger Marcel auf einmal auf mich einbrüllt und ich, mit dem Rücken an der Wand stehend, die Nummer begeisternd mit dem Kopf nickend absegne.

Nachdem ich mir das Video zu „Keine Träume“ angeschaut habe, geht es mit Vollgas zu „Viel zu wenig“ – der Abrechnung mit dem unerträglichen System… da wo alle viel zu wenig haben, aber einige wenige viel zu viel.

Nach den letzten beiden Punk-Songs gönnen uns 100blumen dann mit „Who decides“ eine lupenreine Fullspeed-Hardcore-Nummer – und um die Frage zu beantworten, alle Entscheidungen sind eh schon lange gefallen!

Der „Asphalt“ bringt dann sogar noch die Liebe mit… kaum zu glauben bei einem solch düsteren Album, oder?! – Aber bevor wir hier noch in positive Euphorie verfallen, „Good bye dying world prt. 2“ begleitet uns dann auf dem Weg zur nahenden Apokalypse.

Ich persönlich bin schwer begeistert von „Keine Namen – Keine Strukturen“ und die Düsseldorfer haben hier ein genreübergreifendes Album kreiert, das es definitiv verdient, gehört zu werden!

 

Titel:
1. Madness
2. Wie früher
3. Drunkard (feat. Pyro One)
4. A living
5. Weiß noch nicht
6. Keine Träume
7. Viel zu wenig
8. Who decides
9. Asphalt
10. Good bye dying world prt. 2

 

Hier dann noch die Tourdaten, 100blumen starten in Köln und Düsseldorf mit Blut Hirn Schranke:

31/08/2018 Köln, Sonic Ballroom
01/09/2018 Düsseldorf, AK 47
14/09/2018 Berlin, Supamolly
15/09/2018 Hamburg, Menschenzoo
21/09/2018 München, Glockenbachwerkstatt
22/09/2018 Ludwigsburg, Villa BarRock
12/10/2018 Göttingen, Juzi
13/10/2018 Dresden, Chemiefabrik
19/10/2018 Lübeck, Treibsand
20/10/2018 Flensburg, Hafermarkt
25/10/2018 tbc.
26/10/2018 Bern (CH), Die Cafete
27/10/2018 Bremgarten (CH), KuZeB
09/11/2018 Leipzig, Stö
10/11/2018 Potsdam, Archiv
23/11/2018 Karlsruhe, Alte Hackerei
24/11/2018 Frankfurt, The Cave

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100blumen - Keine Namen-Keine Strukturen (Plastic Bomb Records/Sleeping Cat Records, 19.07.2018)
4.5Gesamtwertung