Es gibt wohl kaum eine andere Band auf diesem Planeten, die so einzigartig ist wie MAYFAIR. Schubladen müssen erst gezimmert werden, in welche der eigenwillige Stil passen könnte – und das ist gut so. Metal-Indie-Prog-Rock-Gothic-Melancholydarknessirgendwas…. – alles ist irgendwie dabei. Aber macht euch selber ein Bild.

Ebenso versucht sich MAYFAIR bei jedem Album neu zu definieren, daher sollten Neueinsteiger das gesamte Schaffen der Band genießen, da jedes Album teilweise sehr unterschiedlich klingt. Nachdem 1998 erst einmal das letzte Album heraus kam, gab es dann doch 2013 das unglaublich tolle Reunion-Album „Schlage mein Herz, Schlage“.

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Jetzt liegt also der Nachfolger „My Ghosts Inside“ vor und ich war gespannt wie ein Flitzebogen, ob das Niveau des Vorgängers gehalten werden konnte.

Aus der Promoabteilung: Bei „My Ghosts Inside“ geht es um positive wie negative Kräfte, die mehr oder weniger verborgen in jedem von uns schlummern, die in gewissen Momenten ausbrechen und uns aus der Komfortzone stoßen. Genau diese Ausbrüche hat die Band versucht sowohl musikalisch als auch lyrisch umzusetzen und bereits bei den Proberaumaufnahmen hatten die Songs enormen Tiefgang. Im Studio zeigte sich, dass die Band ihren eigenen, durchaus hochgesteckten Zielen gerecht werden konnte.

Soweit zum Konzept dieses Werkes.

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„Loss“ startet melodiös mit tollem Gesang, steigert sich etwas und man ist gerade im Song und schon ist er vorbei. Der folgende Titeltrack ist wieder ein rhythmisch orientierter Song, wo Marios Rufe („my ghosts inside“) immer präsent sind. Pulsierender Bass – Hammer-Song! Bei „Desert“ ist es wieder getragen und melancholisch. Es bleibt in dieser Stimmung, wo Mario zum Ende hin sogar etwas growlt, da muss ich mich erst dran gewöhnen, aber toller Song.

„Blinded by your Light“ könnte auch auf dem Vorgänger stehen, tolle Gesangsmelodien mit schöner Wahwah-Gitarre. „When angels and demons meet“ ist dann wieder ein Stampfer mit deutsch/englischem Gesang. Sehr emotional. „Our fire starts here“ ist ähnlich gestrickt aber nach 1:27 min viel zu schnell vorbei. „Ghostrider“ ist dann etwas flotter mit tollem Refrain – wird bestimmt ein Live-Knaller. Mein Favorit. „Boom“ ist eine schöne Ballade im Midtempo. Hätte aber etwas mehr Abwechslung vertragen. „Andermal“ und „Schrei es raus“ sind wieder auf deutsch, geht auch stilstisch wieder in Richtung „Schlage“. Super! „Until we meet again“ ist der melancholische Rauschmeißer, ähnlich wie auf dem Vorgängerwerk sehr lang und zäh aber geht unter die Haut.

Produktionstechnisch alles wieder sehr gut – passend zum Konzept der Band alles sehr erdig gehalten. Atmosphäre und Emotionen werden hier groß geschrieben.

 

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Fazit:

MAYFAIR haben wieder etwas einzigartiges erschaffen. 25 Jahre Bandgeschichte merkt man kaum, außer, dass es alles sehr gereift und präzise klingt. Sehr feine Arbeit. Gerade Mario am Gesang ist noch mehr gewachsen und liefert eine herausragende Leistung. Der Vorgänger „Schlage…“ gefällt mir insgesamt leicht besser, habe ich aber auch 56.372 mal öfter gehört. Dieses Album benötigt Zeit. Aber dann wird es dauerhaft wirken und wunderbare Melodien werden einen auf ewig begleiten….

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Verpasst auf keinen Fall eine der seltenen Live-Sternstunden:

15.04.16 Feldkirch, Austria/ CD release show
16.04.16 Munich, Germany/ CD release show
21.04.16 Innsbruck, Austria
22.04.16 Vienna, Austria
21.05.16 Brescia, Italy

Attention: Nächste Woche kommt ein Interview mit MAYFAIRS Mastermind Rene – seid gespannt!

 

TRACKLISTING:

1. Loss

2. My Ghosts Inside

3. Desert

4. Blinded By Your Light

5. When Angels And Demons Meet

6. Our Fire Starts Here

7. Ghostrider

8. Boom

9. Andermal

10. Schrei Es Raus

11. Until We Meet Again

MAYFAIR - My Ghosts Inside (Pure Prog Records, 15.4.2016)
4.8Gesamtwertung