Disillusion sind zurück! Diswer?

Disillusion kommen aus Leipzig und haben 2004 die Metalszene mit ihrem Debütalbum „Back To Times Of Splendor“, das feinsten proggigen Melodic Death Metal bot, aufgerührt und zwei Jahre später mit „Gloria“ ordentlich verwirrt. Dabei übersah man aber leicht, dass letzteres Album nicht nur stilistisch sehr mutig, sondern ziemlich toll war.

Tja, seitdem ist ein Jahrzehnt vergangen und es war sehr still um die Truppe um Andy Schmidt. Jetzt geht es aber weiter! Erstes Lebenszeichen ist die Single „Alea“. Die stellte man nicht nur ganz lapidar online digital zur Verfügung, sondern veröffentlicht sie äußerst altmodisch physisch im schicken Digipack. Zur gleichen Zeit soll eine Crowfunding-Kampagne starten, um ein neues, noch zu schreibendes Album zu finanzieren.

Hoffentlich läuft die gut und es geht weiter. Denn der Appetithappen macht definitiv Lust auf eine Fortsetzung der Bandgeschichte. Ich würde sogar schon so weit gehen und behaupten, dass die zehnminütige Nummer zu den Prog-Highlights 2016 zählt. Ein wahres Epos von angenehmer Größe, das von seiner feinen Atmosphäre lebt. Knackige Metalriffs finden hier genauso ihren Platz wie weite Klangflächen.

Stilistisch gehen Disillusion damit wieder einen anderen Weg – irgendwo zwischen progressivem Metal und New Artrock. Vom dem her nicht so spannend wie damals „Gloria“, aber ein angenehmer und kreativer Sound mit Potential. Bitte daran anknüpfen!

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Disillusion - Alea [Single] (Kick The Flame, 07.10.2016)
4.6Gesamtwertung