Justin Greaves und seine Band Crippled Black Phoenix sind zurück. Greaves ist wohl kein einfacher Charakter, dies spiegelt sich auch seit jeher in seiner Musik wieder. Das neue Album „Bronze“ ist wieder so ein Stück Musik, welches nach intensiver Beschäftigung verlangt.

Crippled Black Phoenix waren schon immer schwer einzuordnen. Die früher sehr deutlichen Pink Floyd Einflüsse sind nun kaum noch vorhanden. Ob das mit den personellen Veränderungen in der Band zu tun hat, das darf bezweifelt werden. Greaves hat ziemlich genaue Vorstellungen davon wie der Phönix zu klingen hat. Tatsächlich klingt er auf „Bronze“ schwärzer als vorher. Die Musik wird also dem Namen der Band gerecht.

Bevor man aber in die neuen Soundwelten von Crippled Black Phoenix so richtig eintauchen kann, muss man die ersten fünf Minuten überstehen. „Dead Imperial Bastard“ besteht aus schummerigen Keyboards und ein paar Sprachsamples. Sollte dieses Stück nur eine Einleitung zum Album sein, dann ist diese etwas langatmig geworden.

„Deviant Burials“ startet dann auch nicht direkt durch. Es gibt wieder Keyboards, aber nach etwas mehr als 1:30 Minuten Laufzeit setzen die ersten Gitarrenriffs ein. Crippled Black Phoenix scheinen ihre Vorliebe für Stoner Rock ausgebaut zu haben. Langsamkeit gepaart mit dicken Riffs war schon auf „White Light Generator“ vermehrt zu hören. Aber hier greift der Gitarrist dann mal so richtig in die Vollen!

„No Fun“ heißt das nächste Lied. Hier hält man sich nicht mit langen Einleitungen auf, sondern haut direkt die Riffs auf die Nuss. Der Song ist ein wenig zurückhaltender als „Deviant Burials“. Zumindest am Anfang. Mit fortschreitender Laufzeit steigert sich die Intensität. Das kurze „Rotten Memories“ ist eine kleine melodische und chillige Atempause.

„Champions Of Disturbance (Pt. 1 and 2) erinnert mich ein wenig an „Laying Traps“ vom Album „(Mankind) The Crafty Ape“. Allerdings ist „Champions…“ viel epischer und breiter angelegt, aber der Rhythmus entwickelt die gleiches Faszination! 9 Minuten läuft der Song, langweilig ist er zu keinem Zeitpunkt!

„Goodbye Then“ lässt es etwas ruhiger angehen. Wenn jemand unbedingt Pink Floyd Einflüsse finden will, dann hier! „Turn To Stone“ ist der feinste Song von „Bronze“ es würde mich nicht wundern wenn Greaves und seine Musiker in diesen Track die meiste Zeit beim Songwriting investiert haben. Tolle Riffs, fließende Gitarrenmelodien und perfekt abgestimmter Gesang.

„Scared And Alone“ ist auch eher langsam ausgelegt erst zur Mitte des Liedes wird das Gaspedal leicht gestreichelt und Fahrt aufgenommen. „Winning A Losing Battle“ ist sehr komplex. Beim ersten Anhören wirkt der Song abstoßend. Eingängig ist definitiv anders. So richtig zündet der Track erst beim vierten oder fünften Durchlauf. Das abschließende „We Are The Darkeners“ schmeichelt die Ohren dann wieder mit einem feinem Post Rock / Stoner Rock Mix. Toll!

Crippled Black Phoenix liefern mal wieder ein tolles Album ab. „Bronze“ will poliert werden. Richtig glänzen wird das Album erst nach mehreren Durchläufen. Aber so wollen wir das ja auch!

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01. Dead Imperial Bastard
02. Deviant Burials
03. No Fun 04. Rotten Memories
05. Champions Of Disturbance (Pt 1 & 2)
06. Goodbye Then
07. Turn To Stone
08. Scared And Alone
09. Winning A Losing Battle
10. We Are The Darkeners

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Crippled Black Phoenix - Bronze (Season Of Mist, VÖ 04.11.2016)
4.5Gesamtwertung