Seit Ende der neunziger Jahre hauen uns Amon Amarth erbarmungslos ihren melodischen, von Wikingern handelnden Death Metal um die Ohren. Kaum einer, der das Gitarrenriff am Anfang von „Pursuit Of Vikings“ noch nicht kennt. Mit dem unbändigen Willen die Welt für sich einzunehmen, tourten sie von Beginn ihres Schaffens an durch die ganze Welt und suchten die Menschen mit ihren Geschichten von Freiheit, Kampf und Heldenmut zu unterhalten.

Mit dem jetzt erschienenen „Jomsviking“ haben die Schweden nun ihren zehnten Longplayer auf den Markt geschmissen. Das erste Konzeptalbum von Amon Amarth erzählt die Geschichte eines jungen Wikingers der, obwohl schon vermählt, einer anderen Frau verfallen ist. Nach dem er unbeabsichtigt einen anderen Mann tötet, muss er fliehen. Auf Rache aus, schließt er sich den legendären Jomswikingern an und schwört zurück zu kommen um seine geliebte zu erobern.

Und ganz ehrlich? Ich finde mit „Jomsviking“ ist den Jungs um Johann Hegg ein großer Wurf gelungen. Häufig ist ein Konzeptalbum doch eher schwere Kost, mit unnötigem Beiwerk geschmückt. Diese Scheibe hier sprüht aber nur so von Spielfreude. Der Sound ist top, wenn auch etwas glattgebügelt, aber die Songs sind durch die Bank weg eine Wucht.

Schon der Opener „First Kill“ bläst einem in feinster Amon-Amarth-Manier die Gehörgänge durch. Das etwas groovigere „Wanderer“ glänzt mit einem Rhythmus der zum entspannten Mattewirbeln wie geschaffen ist, dabei aber nicht langweilig wird. Für mich ein eine der Top-Nummern des Albums. „On A Sea Of Blood“ hat schon fast das Zeug zu einer Hymne. Langeweile kommt beim Hören dieser Scheibe bis jetzt nicht auf.

In die Riege der Anspieltipps reiht sich auch das treibende „One Against All“ ein. Dominiert von Drumbreaks und Rhythmuswechseln, eine der musikalisch interessanteren Songs der Scheibe.

„Raise Your Horns“ und „The Way Of Vikings“ fügen sich gut in das Gesamtbild ein, fallen aber nicht besonders aus der Reihe. Anders verhält es sich da mit „At A Dawns First Light“. Diese Nummer glänzt durch Rhythmuswechsel und eine differenzierte Gitarrenarbeit, die teilweise sogar die Gesangslinie mitläuft.

„One Thousand Burning Arrows“ schlägt schon wieder etwas bekanntere Klänge an, überrascht aber gegen Ende mit einem sehr melodischen fast schon atmosphärisch klingenden Instrumentalpart. Ein absoluter Anspieltipp ist „Vengeance Is My Name“. Hier kommen die Kopfschüttler wieder voll auf ihre Kosten.

Na!? Schon lange nichts mehr von Doro gehört oder? Können wir ändern. „A Dream That Cannot Be“ ist ein Duett. Allerdings wirkt das Duett von Doro und Johann schon etwas seltsam. Ungeachtet von Doros Fertigkeiten als Sängerin, will ihre Stimme nicht so recht passen. Für die Geschichte, die der Song erzählt, ist das Duett eine tolle Idee aber es hätte sicher passendere Stimmen dafür gegeben. Nicht hauen, ist ja auch Geschmackssache.

Den Abschluss bildet das über sieben Minuten lange „Back On Nothern Shores“. Ehrlich gesagt hätte der Song ruhig etwas kürzer seien dürfen. Die letze halbe Minute ist ein etwas übertriebenes Fadeout, das hätte man besser machen können. Dafür ist die Nummer an sich sehr abwechslungsreich. Okay, bis auf das eine Gitarrenriff das sich wie ein roter Faden durch den Song zieht. Das reißt die Story aber locker wieder raus.

Auch wenn die Scheibe hier und da ihre Schwächen hat, ist sie rundum gelungen. Fans der Band kann ich sie anstandslos empfehlen und wer Amon Amarth noch nicht kennt, findet hier einen tollen Einstieg und kann sich dann zu den früheren Werken zurück vorarbeiten.

 

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Tracklist:

  1. First Kill
  2. Wanderer
  3. On A Sea Of Blood
  4. One Against All
  5. Raise Your Horns
  6. The Way Of Vikings
  7. At Dawns First Light
  8. On Thousand Burning Arrows
  9. Vengeance Is My Name
  10. A Dream That Cannot Be
  11. Back On Notherns Shores

 

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Amon Amarth - Jomsviking (Metal Blade, 25.03.2016)
4.5Gesamtwertung